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«Fragen Sie den Österreicher!»

Ariane von Graffenried und Robert Aeberhard bereisten für ihr neues Album die Lande zwischen Island und Rimini. Heute spielt das Berner Duo als Fitzgerald & Rimini Spokenword-Hörspiel-Pop in Frauenfeld.
Mathias Frei
Als Fitzgerald & Rimini erforschen Ariane von Graffenried und Robert Aeberhard die Welt. (Bild: pd/Michael von Graffenried)

Als Fitzgerald & Rimini erforschen Ariane von Graffenried und Robert Aeberhard die Welt. (Bild: pd/Michael von Graffenried)

Frau von Graffenried, Sie haben mit Robert Aeberhard auf «Grand Tour» ein entrücktes Europa atmosphärisch erforscht. Wo wollten Sie sofort wieder gehen?

Ariane von Graffenried: Wenn Sie mit entrückt abgelegen meinen, geographisch, gesellschaftlich oder zeitlich, dann kann ich sagen: nirgends. Je abgelegener, desto ergiebiger. Womöglich sind wir romantische Forscher auf einer musikalischen Spoken-Word-Expedition.

Heute spielt Fitzgerald & Rimini in Frauenfeld. Welcher Etappe Ihrer Tour d'Europe kommt die Thurgauer Provinz am nächsten?

Von Graffenried: Vielleicht «Brüssel». In diesem Stück geht es um Sprachverwirrung und Nichtverstehen. Oder «Saint-Jacques-de-Compostelle». Darin pilgert ein Österreicher zum Seelenheil nach Spanien. Für die ignorante Bernerin gehört der Thurgau ja fast schon zu Vorarlberg.

Ihr erstes Album «Aristokratie und Wahnsinn» vereinte intime Miniaturen von Figuren. Nun sind es vielmehr Stimmungen und Mentalitäten. Weshalb diese Wandlung?

Von Graffenried: Es geht immer noch um Figuren, aber sie sind ausgewandert und umgeben von einer akustischen Geographie, das Rauschen des Kontinents – ein kontinentaler Rausch.

Wie viel Feldforschung steckt denn eigentlich in «Grand Tour»?

Von Graffenried: Sehr viel. Wir waren an allen Orten, die als Stücktitel auf der Platte vorkommen und haben Field-Recordings, Klänge der Orte und Geschichten gesammelt. Wir haben aber auch montiert und fiktionalisiert. Mit Breschnew haben wir in Warschau nicht Champagner getrunken.

Bis zu welchem Punkt ist eine grosse Reise lustvoll, wann wird sie zur Selbstkasteiung?

Von Graffenried: Fragen Sie den Österreicher, Sie Vorarlberger. Das ganze Stück «Saint-Jacques-de-Compostelle» handelt genau von diesem Problem.

Wussten Sie, wann und wo die Reise zu Ende gehen würde?

Von Graffenried: Auf dem Schlachtfeld im Grauholz, westlich von Bern. Dort steht man im Stau, verloren, zwischen Wallisern, Zwölftönnern und Polen. «Grauholz» ist das letzte Stück der Platte, die Rückkehr in die verschuldet-verschonte Heimat.

Heute: Konzert ab 21 Uhr, Galerie Stefan Rutishauser, Marktstrasse 6, Frauenfeld

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