FORTBEWEGUNG: Nächster Schritt für den Langsamverkehr

Mit dem neuen Konzept für den Langsamverkehr will der Kanton erreichen, dass mehr Leute im Alltag das Velo ­nutzen oder zu Fuss gehen. Das Konzept dient als «griffige Basis», eine neu geschaffene Fachstelle soll die Koordination übernehmen.

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Das neue Konzept wird als «Meilenstein» in der Förderung des Langsamverkehrs im Thurgau bezeichnet. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Das neue Konzept wird als «Meilenstein» in der Förderung des Langsamverkehrs im Thurgau bezeichnet. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

«Der Thurgau lädt zum Radfahren und Zufussgehen ein und fördert damit eine nachhaltigere Mobilität»: So lautet ein Auszug aus der Vision, die dem neuen Langsamverkehrskonzept des Kantons zugrunde liegt. Das Departement für Bau und Umwelt schreibt in einer Medienmitteilung, dass nebst dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr der Langsamverkehr eine gleichberechtigte dritte Säule des Personenverkehrs bilde.

Das Konzept erfüllt einen Antrag des Grossen Rates und wird diesem jetzt vorgelegt. «Das Interesse am Konzept in der Vernehmlassung war gross», sagt Andreas Schuster, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts. 100 A4-Seiten hätten die zusammengefassten Bemerkungen von Gemeinden, Parteien und Verbänden gefüllt. «Der Grundtenor war positiv», sagt Schuster. Das Konzept kann gemäss Departement «als Meilenstein in der Förderung des Langsamverkehrs im Kanton bezeichnet werden».

Meinungen zur Fachstelle gehen auseinander

Damit der Anteil des Langsamverkehrs am Gesamtverkehr erhöht werden kann, werden im Konzept Ziele und Massnahmen formuliert. Um das Velofahren und Zufussgehen attraktiver zu machen, soll beispielsweise die Verkehrssicherheit erhöht werden, indem bekannte Schwach- und Gefahrenstellen eliminiert werden. Das Langsamverkehrsnetz soll künftig durchgehend und hindernisfrei sein. Ein besonderes Gewicht erhält auch die Schulwegsicherheit, die gemäss Medienmitteilung bereits heute hohe Priorität geniesst.

Um die Ziele erfüllen und die Massnahmen umsetzen zu können, ist auf organisatorischer Ebene vorgesehen, eine kantonale Fachstelle Langsamverkehr zu schaffen. Die Stelle wird mit dem nächsten Budget beantragt. In der Vernehmlassung gingen die Meinungen dazu gemäss Schuster auseinander. Die Parteien seien zudem vor allem auf die Finanzierung der Massnahmen eingegangen. «Dessen sind wir uns bewusst. Die Massnahmen werden über die nächsten 10 bis 20 Jahre verteilt und vom Budget des Tiefbauamts gedeckt.»

Das Langsamverkehrskonzept enthält auch Empfehlungen für die kommunalen Behörden. Die Städte und Gemeinden werden eingeladen, ihr Gebiet zu analysieren und Schwachstellen zu beheben. Der Kanton kann vor allem bei den Grundlagen und der Koordination Impulse geben. Abgesehen von Massnahmen entlang der Kantonsstrassen sind es die Städte und Gemeinden, die das Potenzial des Langsamverkehrs vor Ort ausschöpfen können. Dabei sollen sie unterstützt werden. (lsf)