Fokuspreis 2012 geht an Therese Siegenthaler

Als Präsidentin der ALZ Thurgau hat sich die Frauenfelderin Therese Siegenthaler vor allem für Angehörige von Demenzkranken engagiert.

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Therese Siegenthaler (Bild: Gunhild Rübekeil)

Therese Siegenthaler (Bild: Gunhild Rübekeil)

ROMANSHORN. Als vor 17 Jahren die Thurgauer Sektion der Alzheimervereinigung (ALZ) gegründet wurde, war Therese Siegenthaler mit im Boot. Drei Jahre fungierte sie als Vizepräsidentin, von 1999 bis 2009 als Präsidentin des Verbandes. Für ihre Verdienste im Kampf gegen Demenzkrankheiten überreichte ihr Präsidentin Susanne Brunschweiler im Rahmen des Weltalzheimertages in Romanshorn den mit 2000 Franken dotierten Fokuspreis.

Spende für Alzheimerferien

Die Erkrankung der Mutter gab den Anstoss für Therese Siegenthalers Engagement, dessen Schwerpunkt immer auf den Angehörigen lag. Im Gegensatz zu ihr stünden diese im Hintergrund, leisteten aber immense Arbeit, erklärte die Geehrte in ihrer Dankesrede. Das Preisgeld will Siegenthaler, die sich 2009 altersbedingt aus ihrem Amt zurückgezogen hat, einem Projekt wie beispielsweise den Alzheimerferien spenden. Dieses Angebot richtet sich an demenzkranke Personen und ihre pflegenden Angehörigen, die gemeinsam eine Woche Urlaub verbringen und dabei einen Betreuer zur Seite haben.

Zur Entlastung Angehöriger trägt auch der Freiwilligendienst bei, den Therese Siegenthaler ins Leben gerufen hat. Er vermittelt die Betreuung Erkrankter, um der Pflegeperson freie Zeit zu ermöglichen. Freiwillige Helfer unterstützen zudem noch selbständig lebende Patienten oder besuchen Demenzkranke im Pflegeheim. Sehr am Herzen liegen Siegenthaler zudem die Angehörigengruppen, in denen sich Betroffene austauschen können.

Schulung für Berufsgruppen

Mit einer Broschüre, zu der die Frauenfelderin den Anstoss gab, will die ALZ Schweiz Berufsgruppen wie Coiffeure, Bankangestellte oder Polizisten im Umgang mit Demenzkranken schulen. Ausserdem brachte Therese Siegenthaler 2004 eine Befragung aller mit Demenz befassten Fachleute im Thurgau auf den Weg – mit erschreckendem Ergebnis: Nur jede dritte Person hatte eine Diagnose, jede vierte Medikamente, jede fünfte eine Therapie.

Das Infomobil zum Thema Demenz steht vom 27. September bis 1. Oktober auf der Wega bereit.

Gunhild Rübekeil