Förster holzen wegen milden Winters weniger

FRAUENFELD. Die Thurgauer Forstbetriebe blicken auf einen mageren Holzschlag-Winter zurück. Da die Temperaturen sehr mild und die Böden deshalb selten zugefroren waren, wurden unterdurchschnittlich wenig Bäume gefällt, wie Daniel Böhi, Chef des Forstamts Thurgau, auf Anfrage bestätigt.

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FRAUENFELD. Die Thurgauer Forstbetriebe blicken auf einen mageren Holzschlag-Winter zurück. Da die Temperaturen sehr mild und die Böden deshalb selten zugefroren waren, wurden unterdurchschnittlich wenig Bäume gefällt, wie Daniel Böhi, Chef des Forstamts Thurgau, auf Anfrage bestätigt. Dies, weil vielerorts mit der Holzernte der Waldboden nachhaltig beschädigt worden wäre. Deshalb habe man auf schwere Maschinen verzichtet. Ein weiterer Grund für die geringe Nutzungsmenge sei der Holzpreis, der nach wie vor tief sei. Beim Laubholz – ausser in sehr guten Qualitäten – sei der Preis sogar noch tiefer.

Ausgleich zu Sturm Lothar

Genaue Zahlen zur Minderernte liegen zwar noch nicht vor, aber: «Wir können davon ausgehen, dass die Holzmenge wie im vergangenen Winter bei ungefähr 140 000 m³ liegen wird; vielleicht eher etwas darunter», sagt Böhi. Das Gesamtpotenzial bewege sich etwa im Bereich von 180 000 m³. Für den Wald ergeben sich durch diese Unternutzung keine nachteiligen Folgen. «Nach der Übernutzung in den vergangenen Jahren durch die Käferplage und den Sturm Lothar, der die zweieinhalbfache Holzmenge zur Folge hatte, sorgen die Jahre der Unternutzung für einen Ausgleich.»

Für die Forstbetriebe, die Forstunternehmer und die Holzindustrie sei diese Unternutzung jedoch ein Problem, sagte Böhi gegenüber der Radiosendung «Regionaljournal Ostschweiz». Die reduzierte Nutzungsmenge sorgt bei Forstbetrieben und Forstunternehmern für weniger Arbeit. Die Holzverarbeiter müssten statt auf regionale Produkte auf Rohwaren aus der Restschweiz oder dem Ausland zurückgreifen. (ste)

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