Fluglärmgegner wollen endlich Transparenz

BICHELSEE. Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau ist gespannt auf morgen. Denn dann soll im Ständerat die Interpellation von CVP-Politikerin Brigitte Häberli behandelt werden.

Drucken

BICHELSEE. Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau ist gespannt auf morgen. Denn dann soll im Ständerat die Interpellation von CVP-Politikerin Brigitte Häberli behandelt werden. Sie bemängelte darin einmal mehr, dass der Luftraum um Zürich ungleichmässig genutzt wird und der Süden des Flughafens weitgehend von An- und Abflugverkehr verschont bleibe (unsere Zeitung berichtete). Anstoss für die Interpellation ist unter anderem auch das neue Betriebsreglement des Flughafens Zürich, das Ende des letzten Jahres vorgestellt wurde. Dieses sieht gemäss den Fluglärmgegnern keine Entlastung für den Osten vor – im Gegenteil. Dies, obwohl Bundesrätin Doris Leuthard versprochen habe, den Fluglärm gerechter zu verteilen.

Eine düstere Zukunft

Auch wenn der Verein nicht nur Ständerätin Häberli, sondern auch die Kantonsregierung und die Nationalräte des Kantons hinter seinen Anliegen wisse, ist er beunruhigt: In seiner Mitteilung schreibt er, dass es in dieser Angelegenheit um mehr als nur um Fluglärm gehe. «Hier geht es um etwas, mit dem sich Demokratie nicht verträgt. Es geht um das Diktat einer privilegierten Minderheit, die sich in diesem Land mit Macht und Geld Vorteile verschafft. Der Flughafen Zürich ist nur eines von vielen Beispielen, in denen Günstlingswirtschaft betrieben wird.» Der Bürgerprotest zeichnet ein entsprechend düsteres Zukunftsszenario: So werde das Zürcher Stimmvolk zugunsten der Reichen und Einflussreichen an die Urne gerufen, um die Veränderung der Pisten zu legitimieren. Schliesslich werden die Piste 28 ausgebaut und die Anflüge eines Tages ganztags über den Osten erfolgen. Das Nachtflugverbot werde aufgeweicht und der Flughafen schliesslich ganztags betrieben. Und nicht zuletzt würden sämtliche Anflüge und die Mehrheit der Abflüge über den Osten erfolgen.

Um Transparenz in die Sache zu bringen, fordert der Verein eine Parlamentarische Untersuchungskommission. (red.)