Fluglärmgegner warnen vor Ausbauplänen

Eine Aussage von Flughafen- CEO Thomas Kern sorgt bei den Thurgauer Fluglärmgegnern für rote Köpfe: Er wolle den Flughafen auf Ostanflug umstellen, sagen sie.

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FRAUENFELD. Die Thurgauer Fluglärmgegner sehen ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Thomas Kern, CEO des Flughafens Zürich, äusserte sich an der Medienkonferenz letzte Woche nicht nur zum Geschäftsgang, sondern auch zu den Perspektiven des Flughafens. Angesichts der Unsicherheit, ob mit Deutschland je eine Einigung über die Anflüge auf Kloten gefunden werden könne, sorgt der Flughafen demnach vor. Ein Büro sei bereits mit der Planung des Pistenausbaus beauftragt worden, zitiert die NZZ Kern.

Ostkonzept als Alternative

Die Verlängerung der Piste 28 würde vermehrte Ostanflüge ermöglichen. Heute gibt es diese Anflüge nur am Abend, wenn die landenden Flugzeuge den süddeutschen Luftraum nicht mehr benützen dürfen. Das Ostkonzept sei eine robuste und taugliche Alternative zum heutigen, durch Auflagen aus Deutschland zunehmend eingeschränkten Nordkonzept, sagte Kern der NZZ.

Damit hat Kern in den Augen der Fluglärmgegner die Maske fallen lassen. Der Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau argwöhnt schon länger, dass der geplante Pistenausbau nur dann Sinn hat, wenn der Anflugbetrieb ganz auf Osten umgestellt wird. Das Ostkonzept werde Normalbetrieb, warnt die Organisation.

Stark besteht auf Garantien

«Ich habe Verständnis für diese Ängste», sagt Regierungsrat Jakob Stark. Er ist aber überzeugt, dass tagsüber der Norden die Hauptanflugrichtung bleibt. Sollte es allerdings zu keiner Einigung mit Deutschland kommen und das Nachbarland seine Restriktionen verschärfen, könnten die landenden Flugzeuge vermehrt über Osten geleitet werden, sagt auch Stark. Für diesen Fall habe Bundesrätin Doris Leuthard bereits Kompensationen versprochen, erinnert er – konkret eine Reduktion der Starts über den Osten. Darauf besteht Stark. Sollte die Piste 28 doch ausgebaut werden, brauche es Garantien für eine faire Lastenverteilung.

Wie künftig an- und abgeflogen werden soll, hat der Bundesrat bisher noch nicht festgelegt. Für Entscheide brauche es darüber aber Klarheit, sagt SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Mitglied der Verkehrskommission. (wid)

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