Fluglärm: 137 Gemeinden gegen den Süden

REGION. Jetzt gerät der Fluglärmstreit zu einem politischen Kräftemessen. 137 Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um ein kräftiges Zeichen zu setzen. Es sind Ortschaften, die geographisch nördlich, östlich und westlich des Flughafens liegen.

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REGION. Jetzt gerät der Fluglärmstreit zu einem politischen Kräftemessen. 137 Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um ein kräftiges Zeichen zu setzen. Es sind Ortschaften, die geographisch nördlich, östlich und westlich des Flughafens liegen. Sie fordern in erster Linie, Südstarts geradeaus von 10 bis 14 Uhr über Zürich einzuführen. Es soll ferner davon abgesehen werden, gekröpfte Anflugvarianten zur Entlastung des Südens von den morgendlichen Anflügen zu entwickeln. Und es sei auf Pistenausbauten zu verzichten, welche vermehrt Landungen aus Osten und Starts nach Norden zur Folge hätten.

«Berechtigte Ängste»

Josef Imhof, Präsident des Bürgerprotests Fluglärm Hinterthurgau, findet das gemeinsame Vorgehen eine gute Sache: «Wir akzeptieren den Fluglärm, wollen aber Rechtssicherheit, damit sich die Bevölkerung darauf einstellen kann.» Nach der Präsentation des Positionspapiers blieb die Kritik aus dem Süden nicht aus – etwa von der Stadt Zürich. Für Imhof ist das ein positives Zeichen: «Es wäre beunruhigend gewesen, wenn der Süden nicht reagiert hätte. Dann wäre alles politische Geplänkel gewesen, die Würfel wären gefallen.»

Wie gross sind die Chancen, dass die 137 Gemeinden mit ihrem Anliegen durchkommen? «Uns stimmt aber positiv, dass wir in Bern nicht mehr auf taube Ohren stossen. Die Chancen stehen heute besser als noch vor zehn Jahren», sagt Imhof. Er möchte erreichen, dass ab 19 bis 7 Uhr keine Abflüge mehr über Hinterthurgauer Gebiet erfolgen – und die Landungen über dem Thurgau im Gleitanflug stattfinden. (sdu)