Flowtex-Anklage: Mehrjährige Freiheitsstrafen

FRAUENFELD.

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FRAUENFELD. Im Flowtex-Prozess vor dem Bezirksgericht Frauenfeld hat der Staatsanwalt am Dienstag seine Anträge bekannt- gegeben: Für die Hauptangeklagte – die Ex-Frau des ehemaligen Flowtex-Geschäftsführers – fordert er eine Freiheitsstrafe von 65 Monaten sowie eine Geldstrafe von 400 Tagessätzen.

In seinem über zehnstündigen Plädoyer warf er der Ex-Frau des Geschäftsführers vor, die illegalen Gewinne beiseite geschafft zu haben und zwar «mit einer stupenden Sicherheit und durchdachten Strategie». Dabei habe sie ihre beiden Kinder einbezogen. Diese hätten alle Papiere unterzeichnet, die ihnen vorgelegt wurden und die Transaktionen über ihre Konten nicht hinterfragt. Der Staatsanwalt schilderte unter anderem, wie die Ex-Frau einen 51karätigen Diamanten für rund 1,4 Millionen Dollar verkaufte. Der Betrag sei zuerst auf das Konto ihres Rechtsanwalts geflossen und erst danach auf ihr Nummernkonto bei einer St. Galler Privatbank überwiesen worden.

60 Monate für Anwalt

Für den Anwalt verlangt die Anklage eine Freiheitsstrafe von 60 Monaten, dazu eine Geldstrafe von 400 Tagessätzen. Der ehemalige Flowtex-Geschäftsführer soll eine Freiheitsstrafe von 42 Monaten, dazu eine Geldstrafe von 400 Tagessätzen erhalten. Für die erwachsenen Kinder des Ehepaars verlangt die Anklage je eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten sowie eine bedingte Geldstrafe von je 60 Tagessätzen mit einer Probezeit von vier Jahren. Weiter fordert der Staatsanwalt die Beschlagnahmung von 11,2 Millionen Franken Bankguthaben. Schmuck, vier Chagall-Bilder sowie ein Grundstück in Küsnacht sollen eingezogen werden. Im Prozess folgt nun der Vortrag des Vertreters der deutschen Insolvenzverwaltung. (sda)