Florierendes Hanfgeschäft

Am Dienstag standen zwei Ghanaer in Frauenfeld vor Gericht. Sie hatten während vier Jahren eine hochprofessionelle Hanfplantage im zürcherischen Höri betrieben.

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Am Dienstag standen zwei Ghanaer in Frauenfeld vor Gericht. Sie hatten während vier Jahren eine hochprofessionelle Hanfplantage im zürcherischen Höri betrieben. Der 69- und der 47jährige Ghanaer – Vater und Sohn – mussten sich wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln verantworten. Die Verhandlung fand in Frauenfeld statt, weil gegen den Sohn zum Zeitpunkt der Klärung des Gerichtsstandes eine Strafuntersuchung wegen einer vorsätzlichen Tötung in Oberneunforn lief.

14 400 Stecklinge gepflanzt

Die Anklage warf den beiden vor, von März 2004 bis Oktober 2007 in Höri ZH insgesamt 8400 Hanfstecklinge angepflanzt und daraus 55 Kilogramm Marihuana gewonnen zu haben, wovon sie mindestens 47 Kilo für mindestens 282 000 Franken verkauften. Zwei Kilo Marihuana konsumierte der Sohn selber.

Weitere sechs Kilo wurden im Jahr 2006 als «Schutzgeld» an einen gewissen «Laksmann» weitergegeben. Zusätzlich zogen die beiden Afrikaner 6000 Hanfsetzlinge, die sie für 21 000 Franken an nicht namentlich bekannte Abnehmer verkauften. Alle Gewinne wurden hälftig zwischen Vater und Sohn geteilt.

Eine letzte Chance

Der Staatsanwalt forderte für den Sohn, der sich mit grossen Bemühungen wieder in die Arbeitswelt integriert habe, eine auf maximal fünf Jahre bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Angerechnet wurden ihm 122 Tage Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt machte klar, dass wegen der fortgesetzten Delikte die Prognose für den Sohn «noch knapp nicht negativ» und die Strafe «im Sinne einer letzten Chance» zu verstehen sei. Für den noch unbescholtenen Vater forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten (abzüglich 91 Tage Untersuchungshaft) bei einer Probezeit von drei Jahren.

Das Gericht folgte den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verurteilten haben ausserdem die Verfahrenskosten von 7362 (Sohn) und 5045 Franken (Vater) zu tragen. Vater und Sohn erklärten sich mit dem Strafmass einverstanden. Der Sohn erwähnte, dass er die Aussagen in der Untersuchungshaft unter Druck gemacht habe, da er zur selben Zeit eines Mordes angeklagt gewesen sei.

Christof Lampart