Fliessende Helvetierin

Der Name Thur geht auf eine indogermanische Wurzel zurück, die «laufen, fliessen, rinnen» bedeutet. Ähnlich kommt «Rhein» von einer indogermanischen Wurzel, aus der «rinnen» hervorging. Gemäss dem Thurgauer Namenbuch ist Thur mit «die Fliessende» zu übersetzen.

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Der Name Thur geht auf eine indogermanische Wurzel zurück, die «laufen, fliessen, rinnen» bedeutet. Ähnlich kommt «Rhein» von einer indogermanischen Wurzel, aus der «rinnen» hervorging. Gemäss dem Thurgauer Namenbuch ist Thur mit «die Fliessende» zu übersetzen.

Der keltische Stamm der Helvetier muss es gewesen sein, von dem die 131 Kilometer lange Thur ihren Namen erhielt. Keltisch ist eine indogermanische Sprache. Die Helvetier wanderten vermutlich um das Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus in das schweizerische Mittelland ein. Offensichtlich war das Gebiet kaum besiedelt, da der Fluss noch keinen Namen hatte. Eroberer pflegen Flüsse nicht umzutaufen. «Das ganze Gewässersystem der Schweiz hat eine keltische Basis», sagt der Autor des Namenbuchs, Eugen Nyffenegger. «Die Römer haben es übernommen.» Die Alemannen behielten die keltischen Flussnamen ebenfalls.

Im Unterschied dazu halten sich Bachnamen weniger lang. Sie können auch gleichzeitig unterschiedliche Namen haben.

Beim elsässischen Mülhausen gibt es ebenfalls einen Fluss namens Thur, einen 53 Kilometer langen Nebenfluss der Ill. Laut Nyffenegger bezeichnet der Name «das, was man dort sieht», weshalb er mehrfach vorkommen könne. (wu)

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