Flächendeckende Radon-Kontrollen «zu aufwendig»

ST. GALLEN. Es entweicht aus dem Untergrund, je nach Bodenbeschaffenheit in grösseren oder kleineren Mengen: das natürliche, radioaktive Gas Radon. In der Schweiz kommt es laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor allem im Jura und in den Alpen in höheren Konzentrationen vor.

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ST. GALLEN. Es entweicht aus dem Untergrund, je nach Bodenbeschaffenheit in grösseren oder kleineren Mengen: das natürliche, radioaktive Gas Radon. In der Schweiz kommt es laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor allem im Jura und in den Alpen in höheren Konzentrationen vor. Doch auch im Kanton St. Gallen, wo es nach bisheriger Definition keine Gebiete mit hoher Radonbelastung gibt, ist das Gas ein Thema. «Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Gefährlichkeit von Radon bis anhin unterschätzt wurde», heisst es in einer Einfachen Anfrage von Kantonsrat Meinrad Gschwend (Grüne). Radon verursache jährlich 200 bis 300 Todesfälle in der Schweiz. Der Bund beabsichtige, den Radongrenzwert für Gebäude zu senken. Damit werde sich die Zahl der St. Galler Gemeinden mit mittlerer Radonbelastung deutlich erhöhen.

Gratismessung kaum genutzt

Gschwend wollte von der Regierung wissen, wie sie sicherstelle, «dass alle Wohngebäude in St. Galler Radongebieten tatsächlich gemessen werden». Und er fragte unter anderem, wie viele Gebäude im Kanton aufgrund von zu hohen Radonwerten saniert worden seien.

Die Regierung schreibt in ihrer Antwort, der Bund sehe keine flächendeckenden Kontrollen aller Gebäude vor. Der Kanton führt jedoch Stichproben durch. Die Gratis-Radonmessungen für Private seien kaum genutzt und eingestellt worden.

In den vergangenen 20 Jahren wurden im Kanton acht Gebäude entdeckt, in denen der Radongrenzwert überschritten war. «Alle wurden inzwischen saniert», schreibt die Regierung. Laut Regierung könne ein Radonproblem jedoch unabhängig vom Alter eines Gebäudes auftreten. (av)