Fixe Motocrossanlage begraben

Die WM-Rennen in Niederwil können in Zukunft nicht auf einem fest installierten Parcours über die Bühne gehen. Das bestätigt Matthias Müller in seiner Antwort auf die Petitionen.

Samuel Koch
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Matthias Müller Gemeindepräsident Gachnang Bild: pd

Matthias Müller Gemeindepräsident Gachnang Bild: pd

Das Todesurteil für die Motocross-WM in Niederwil ist es nicht. Trotzdem schiebt Gachnangs Gemeindepräsident Matthias Müller einer definitiven Baubewilligung für die Anlage «Schweizer Zucker» einen Riegel: «Eine Umzonung des Landwirtschaftslands von Besitzer Jörg Herzog ist ausgeschlossen.»

Das werde definitiv nicht passieren, wie der Gemeinderat Gachnang an der Sitzung vom vergangenen Montag entschieden hat. Der Ball liege nun beim OK um Willy Läderach, für die verpflichteten zwei nächsten Jahre eine Lösung zu finden (siehe Infokasten).

Müller setzt sich aber trotz Abfuhr für Motocrossrennen in Niederwil ein: «Dieser Standort ist gegenüber demjenigen im Frauenfelder Schollenholz besser geeignet.» Dort werde nicht nur weniger Land benötigt, sondern der Parcours liege auch weiter von den nächsten Wohnquartieren weg, wie er nun in seiner Antwort auf die drei Petitionen von Befürwortern und Gegnern schreibt. «Wir haben dieselbe Antwort gleich für alle drei verfasst», sagt Müller.

Wettrennen um Unterschriften

Die Anwohner hatten sich nach der Motocross-WM anfangs August einen regelrechten Schlagabtausch geliefert. Während Alexander Kutter aus dem Langäckerquartier die Gegner hinter sich scharte, mobilisierten Gaby Hartmeier vom Sandbüel und Jacqueline Hauser aus Donzhausen die Motocross-Fans und lieferten sich mit den Gegnern ein Wettrennen um Unterschriften. Gleich in zwei – eine mit physischen Unterschriften und eine Online-Petition – sammelten die Befürworter für eine Zukunft der Motocrossrennen in Niederwil. Das Spektrum der Argumente reichte von «ohrenbetäubendem Lärm und bestialischem Gestank» bei den Gegnern bis zum Vorwurf der Missgunst und der Intoleranz auf der Pro-Seite. Anfang September hatten beide Lager ihre Petitionen sowohl beim Kanton als auch bei der Gemeinde Gachnang eingereicht.

Mehr Pro-Unterschriften und keine Reklamationen

Von den über 3500 Online-Unterschriften hat die Gemeinde nur 220 aus der unmittelbaren Nähe gewichtet. Es stehen somit insgesamt 395 Unterschriften beim Pro-Lager den 110 beim Kontra-Lager gegenüber. Die Befürworter haben also mehr als zwei Drittel mehr Unterschriften, das sei Fakt. «Zudem sind bei uns nach der WM ausser den Aktionen der Gegner keine Reklamationen eingegangen», sagt Müller. Auch weist er die Vorwürfe der Mauschelei in einem von Alexander Kutter verfassten Brief zurück.

Die Problematik mit der Speaker-Lautstärke hingegen sei bekannt, «das muss sich ändern».