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Fisch bringt die SP ins Schwitzen

FRAUENFELD. Der GLP-Kantonsrat Ueli Fisch greift bei den Thurgauer Regierungsratswahlen die FDP an. Doch seine Kandidatur löst vor allem bei den Sozialdemokraten Angst aus. Fisch könnte die soziale Stimme der Regierung verstummen lassen.
Silvan Meile
Podium der Thurgauer Zeitung im Januar: Ueli Fisch und Walter Schönholzer stellen sich den Fragen von TZ-Redaktionsleiter David Angst. (Bild: Donato Caspari)

Podium der Thurgauer Zeitung im Januar: Ueli Fisch und Walter Schönholzer stellen sich den Fragen von TZ-Redaktionsleiter David Angst. (Bild: Donato Caspari)

Würde der grünliberale Kantonsrat Ueli Fisch nicht als Regierungsrat kandidieren, wären die Gesamterneuerungswahlen im Thurgau schon heute entschieden. Denn wenn es um die Sitzverteilung in der Kantonsregierung geht, halten die vier wählerstärksten Parteien zusammen. Seit die SVP vor 30 Jahren erstarkte, besteht die Thurgauer Zauberformel: zwei Regierungsratssitze für die SVP, je einen belegen CVP, FDP und SP.

Die regierenden Parteien greifen sich nicht an, sie empfehlen sich auf ihren Plakaten sogar gegenseitig zur Wahl. Davon profitiert derzeit FDP-Kandidat Walter Schönholzer, der die Nachfolge des zurücktretenden Parteikollegen Kaspar Schläpfer antreten will. Seine Wahl gälte als völlig unbestritten, wäre da nicht Herausforderer Ueli Fisch.

Die Chance aus dem Jahr 2008

Das Machtgefüge der Thurgauer Konkordanz drängt den grünliberalen Ueli Fisch erst recht in die Aussenseiterrolle. «Ich habe auch schon das Wort Filz gebraucht», sagt der selbständige Textilunternehmer. Er bläst mit Standaktionen, eigenen Wahlvideos und viel Aktivität auf Sozialen Medien zum Angriff. So betreibt er im Gegensatz zu den anderen Kandidaten einen auffallend aktiven Wahlkampf. «Ich habe jeden Abend einen Termin», sagt Fisch, der für mehr Transparenz steht und das auch gerne vorlebt. 28 000 Franken betrage sein Wahlkampfbudget.

Doch ausserhalb seiner eigenen Partei erhielt Ueli Fisch nur von den Grünen eine Wahlempfehlung. Trotzdem wittert er seine Chance und blickt dabei auf die Wahlen 2008. Damals machten die beiden Aussenseiter Daniel Wittwer (EDU) und die parteilose Gabi Coray zusammen mehr Stimmen als der gewählte Claudius Graf-Schelling (SP). «Wenn ich diese Stimmen auf mich vereinen kann, habe ich das Ziel erreicht», sagt Fisch.

Bisherige ohne Smartvote

Das lässt die amtierende SP-Regierungsrätin Cornelia Komposch zittern. Die Vorsteherin des Justizdepartements ist erst seit einem halben Jahr im Amt. Zwar gilt sie als völlig unbestritten, doch sie weiss auch: Von den vier grossen Parteien wird vermutlich auch diesmal die SP am wenigsten Stimmen auf sich ziehen. «Es wird wohl eng, Ueli Fisch ist es todernst, wie sein aktiver Wahlkampf zeigt», sagt Komposch. Sie habe gelernt, den Druck auszuhalten. Doch ihre Verunsicherung wird dadurch nicht kleiner. Auch wenn Fisch immer wieder betont, auf den freiwerdenden Sitz der FDP zu zielen, macht seine Kandidatur vor allem der SP Angst. An ihren Parteitag luden die Sozialdemokraten deshalb nur Schönholzer ein. Fisch durfte sich den Genossen nicht vorstellen.

Komposch spricht von einem Debakel, würde die Thurgauer Regierung ihre soziale Stimme verlieren. Denn diese kann Unternehmer Fisch nicht ersetzen, wie sein Smartvote-Spider deutlich zeigt. Für die Wahlen Ende Februar füllten übrigens nur die beiden neuen Kandidaten ein Profil auf der Wahlplattform Smartvote aus.

Kein Regieren mit Kleinpartei

Weniger nervös zeigt sich FDP-Kandidat Walter Schönholzer: «Ich bin auf Kurs, obwohl man sich natürlich nie sicher sein kann.» Für die Arbeit im Regierungsrat müsse man sich auf eine grosse Fraktion stützen können, was bei Fisch mit der GLP im Rücken nicht gegeben sei. Ausserdem hätten die bisherigen Podien gezeigt, dass Ueli Fisch von der Führung einer öffentlichen Verwaltung keine Ahnung habe. Auch die wiedererstarkte FDP setzt noch immer auf Konkordanz und will somit die Sozialdemokraten weiterhin in der Thurgauer Regierung.

Bild: SILVAN MEILE

Bild: SILVAN MEILE

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