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Firmen kurbeln Velo-Aktion an

FRAUENFELD. Das Interesse an «bike to work» stagniert. Thurgauer Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter mit eigenen Preisen motivieren. Im kommenden Jahr soll erstmals ein Firmenwettkampf stattfinden: Bernina radelt gegen Jossi.
Inge Staub
Radelt für Bernina: Thomas Bosshard. (Bild: Nana do Carmo)

Radelt für Bernina: Thomas Bosshard. (Bild: Nana do Carmo)

«Da muss man durch», sagt Thomas Bosshard. Er fährt derzeit fast täglich mit dem Velo zur Arbeit, auch wenn es regnet. Für die 30-Kilometer-Strecke von Riedt bei Erlen nach Steckborn benötigt er eine Stunde und zehn Minuten. Bosshard, der bei Bernina fürs Qualitätsmanagement verantwortlich ist, organisiert für den Nähmaschinenhersteller die Aktion «bike to work» von Pro Velo Schweiz.

Im Thurgau fordern 33 Firmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, im Juni mit dem Velo zur Arbeit zu fahren. Mit dabei: Pädagogische Hochschule Thurgau, sia Abrasives Industrie in Frauenfeld, Bischofszeller Nahrungsmittel AG, Technische Betriebe Weinfelden, Sekundarschule Müllheim oder Seniorenzentrum Sulgen.

Euphorie stagniert

Firmen, die seit Jahren bei «bike to work» mitmachen, stellen fest, dass die anfängliche Euphorie abflaut oder stagniert. Machten bei Bernina vorletztes Jahr 56 Personen in 14 Teams mit, waren es 2011 acht Teams. Dieses Jahr sind nur noch fünf Teams unterwegs. Seit 2009 ist die Stadtverwaltung Kreuzlingen dabei. Die Teilnehmerzahl hat sich zwischen 40 und 50 bei 200 Angestellten eingependelt. Wie Caroline Leuch, Leiterin Kommunikation, sagt: «Dieses Jahr nimmt erstmals der Stadtrat als Gruppe teil.»

Bei den Spitälern Frauenfeld und Münsterlingen und den Psychiatrischen Diensten Thurgau bewegt sich die Teilnehmerzahl im Rahmen von 2007, als die Einrichtungen der Spital Thurgau AG erstmals teilnahmen. In Münsterlingen schwingen sich alljährlich 147 Mitarbeiter auf den Sattel, das sind 15,7 Prozent aller Mitarbeiter. Bei den Psychiatrischen Diensten sind es 130 (23,4%). Am Kantonsspital Frauenfeld machen etwa 50 Personen mit. Die geringere Zahl sei aufgrund «der sportlichen Herausforderung mit Bergankunft nachvollziehbar», sagt Marc Kohler, CEO der Spital Thurgau AG.

Firmen mit eigenen Preisen

Die Thurgauer Unternehmen sind bestrebt, den Anteil der Teilnehmer zu erhöhen. Da bei schweizweit 52 000 Teilnehmern die Chance gering ist, einen der Preise von Pro Velo Schweiz zu gewinnen, vergeben einige Unternehmen auch eigene Preise. Bei der Spital Thurgau AG besteht der Hauptpreis aus einem Gutschein im Wert von 500 Franken. Zudem kann man sich ein Halbtax-Abo und eine Schifffahrt auf dem Bodensee mit Abendessen erstrampeln. St. Galler Tagblatt/Thurgauer Zeitung, wo sich 28 Mitarbeiter angemeldet haben, lockt mit einem Gutschein eines Sportgeschäfts im Wert von 100 Franken und einem Gutschein für ein Frühstück auf dem Säntisgipfel zum Mitmachen. Bei Bernina hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen: Sie wollen nächstes Jahr einen Wettbewerb der Betriebe durchführen. Die Angestellten von Bernina werden gegen Jossi antreten. «Wir hoffen, dass wir so mehr Personen fürs Velofahren gewinnen können, wenn Firma gegen Firma kämpft», sagt Thomas Bosshard.

Bei der Stadtverwaltung Kreuzlingen bekommt jedes Team pro Person 30 Franken. «Damit können die Teams essen gehen», sagt Caroline Leuch. Denn zum gesundheitlichen Aspekt soll die Aktion auch Teambildung fördern.

Team als Motivation

Wie Carole Straub, Sprecherin von «bike to Work», sagt, beteiligen sich mehr Firmen als in den Vorjahren an der Aktion. Im Vordergrund stehe dabei, diese zur Förderung des Teamgedankens zu nutzen. Dass die Durchführung in Teams sinnvoll ist, bestätigt Armin Böni. Der 54jährige Informatiker, der von Buch nach Islikon zu Jossi radelt, sagt: «Manchmal fehlt die Motivation. Da man das Team nicht enttäuschen will, entwickelt man Ehrgeiz.»

Wie ein Blick ans Spital Münsterlingen zeigt, macht das Radeln im Team auch noch Spass. Hier geben sich die Gruppen lustige Namen wie «Die Celluliten», «Laborfäger» oder «Chicks on wheels». Übrigens: Im Juni 2010 legten die Bernina-Teams 18 000 Velo-km zurück. Sie haben damit 1514 Liter Benzin eingespart.

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