Finanzspritze für Entlastungsdienst

Der Entlastungsdienst des Roten Kreuzes erhält 30 000 Franken aus dem Lotteriefonds – als einmaligen Beitrag. Die Zukunft des Dienstes ist damit aber nicht gesichert.

Kaspar Enz
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frauenfeld. Damit hatte Cornelia Eisenberg nicht mehr gerechnet. «Uns wurde gesagt, eine Finanzierung aus dem Lotteriefonds würde problematisch», sagt die Geschäftsführerin des Schweizerischen Roten Kreuzes Thurgau (SRK). Trotzdem sprach der Regierungsrat nun 30 000 Franken aus dem Fonds für den Entlastungsdienst des SRK.

Einmaliger Beitrag

Eine einmalige Sache, sagt Regierungsrätin Monika Knill.

Ihr Departement für Erziehung und Kultur ist für den Lotteriefonds zuständig, denn hauptsächlich werden damit kulturelle und soziale Projekte unterstützt. «Aber wir sind hier ein Stück weit frei.» Gesprochen wurde der Beitrag, weil der Entlastungsdienst in Nöten steckt. Seit 2008, als der Neue Finanzausgleich (NFA) in Kraft trat, fehlen dem Dienst ein Drittel seiner Einnahmen, die vorher noch vom Bund kamen. «Einige Akteure fielen hier zwischen Stuhl und Bank», sagt Knill.

Plötzlich unterstützte niemand mehr den Dienst. Dafür seien die Gemeinden zuständig, heisst es beim Kanton. Doch die machen bisher nur widerwillig mit. Erst 40 Gemeinden haben dem Dienst Unterstützung zugesagt, in verschiedenster Form.

«Wir freuen uns einerseits sehr über den Beitrag», sagt Cornelia Eisenberg. Doch die Sorgen des Dienstes sind damit nicht gelöst.

Beantragt hatte Eisenberg 50 000 Franken als Überbrückung für dieses Jahr – bis 2010 eine definitive Regelung greift, wie sie hofft. Bereits hatte der Dienst seine Tarife angepasst und einkommensabhängig gemacht. Trotzdem müsse das SRK auch 2009 ein höheres Defizit tragen, als es dies vor 2008 getan hatte. 87 000 Franken betrug das Defizit 2007, nach Wegfall der Bundesgelder 2008 betrug es 167 000 Franken.

Wert unbestritten

An der Herbsttagung der Gemeindeammänner am Dienstag legte das SRK einen Vorschlag vor, wie die Unterstützung aussehen könnte. Doch für viele Gemeinden ist auch der Kanton in der Pflicht. Der Verband der Thurgauer Gemeinden will mit dem SRK und dem Kanton nun nach einer Lösung suchen. In einem sind sich allerdings alle einig: «Es ist unbestritten, dass der Entlastungsdienst wertvolle Arbeit leistet», sagt Susanna Schuppisser, Chefin des Kantonalen Gesundheitsamtes.

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