Finanziell auf gutem Weg

ESCHENZ. Eschenz ist gut aufgestellt: Letztes Jahr hat die Politische Gemeinde den Steuerfuss um fünf Prozent gesenkt. Für das kommende Jahr rechnet der Gemeinderat mit einem Ertragsüberschuss.

Barbara Hettich
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Claus Ullmann präsentiert ein Budget mit Überschuss. (Bild: Barbara Hettich)

Claus Ullmann präsentiert ein Budget mit Überschuss. (Bild: Barbara Hettich)

«Theoretisch könnten wir den Steuerfuss um weitere zwei Prozent senken», sagt Gemeindeammann Claus Ullmann. Im Budget 2012, das er der Gemeindeversammlung am 25. November vorlegen wird, rechnet er mit einem Ertragsüberschuss von rund 100 000 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss von 60 Prozent. Doch mit einer Senkung will der Gemeinderat zuwarten. Die Budgetierung gestalte sich schwierig. Noch sind die Auslagen für die neugestaltete Pflegefinanzierung eine unbekannte Grösse. «Wir haben viele ältere Menschen im Dorf und wissen noch nicht, was auf uns zukommt», sagt Ullmann.

Bei den Strassensanierungen hat die Gemeinde noch Nachholbedarf. Im kommenden Jahr sind dafür 700 000 Franken an Investitionen vorgesehen. Dennoch, die Gemeinde ist gut aufgestellt, dies sei nicht zuletzt den freiwilligen Einsätzen der Bevölkerung zu verdanken, sagt Ullmann. Die verschiedenen Kommissionen sind gut besetzt, Gemeindeammann und Gemeinderäte schreiben nicht jede Stunde extra auf, und in der Verwaltung verhalte man sich sehr kostenbewusst. «Wenn alle mithelfen, geht es uns auch ohne millionenschwere Steuerzahler gut», ist der Gemeindeammann zufrieden.

Ortsplanung revidiert

Nebst dem Budget kommt an der Gemeindeversammlung die Revision der Ortsplanung zur Abstimmung. Rund sieben Jahre war sie in Arbeit, lag dreimal öffentlich auf und hat insgesamt 300 000 Franken gekostet. Bei der ersten Auflage im März 2009 gingen rund 50 Einsprachen ein, die Anliegen wurden aufgenommen, die Pläne bereinigt und im Februar 2010 ein zweites Mal aufgelegt. Im April 2010 überprüfte der neugewählte Gemeinderat die Pläne, setzte dann im Oktober eine weitere Planungskommission ein. Aufgrund der erneuten Änderungen gab es im Juli 2011 die dritte Auflage. Dazu gab es eine Einsprache, die der Gemeinderat aber abgelehnt hat.

Die nun der Gemeinde zur Abstimmung vorliegende Ortsplanung beschränkt sich auf geringfügige Zonenplanänderungen im Siedlungsgebiet. In Ergänzung zur bisherigen Wohn- und Gewerbezone WG2b wurde eine neue Zone WG2a geschaffen. In dieser Zone darf der Wohnanteil gegenüber dem Gewerbeanteil grösser sein, dafür wurde die Ausnützungsziffer mit 0,35 gegenüber 0,45 deutlich niedriger angesetzt. Neue Einzonungen ins Siedlungsgebiet wurden nicht vorgenommen. Es stünden noch genügend Baulandreserven zur Verfügung, sagt Claus Ullmann. Zudem gebe es die Tendenz hin zum verdichteten Bauen. Mit der Anpassung des Baureglements kann man neu in Eschenz in der Wohnzone 2a auch Stockwerkeigentum bauen. Bislang waren nur Reihenhäuser möglich.

Im Thurgau gibt es Gemeinden, die anstelle der Ausnützungsziffer die Grösse der Bauten nach Bruttogeschossflächen bewilligen. «Wir halten vorläufig an der Ausnützungsziffer fest, jedenfalls so lange, bis der Kanton sich für eine Berechnungsart entschieden hat», sagt Ullmann.

Kontrollierter Kiesabbau

Die grössten Umzonungsflächen der revidierten Ortsplanung betrifft den Kiesabbau. Grundlage ist das kantonale Kiesabbau-Konzept. In Eschenz soll ein nachhaltiger Kiesabbau möglich sein. Mit den Kiesabbau-Firmen hat der Gemeinderat Abbaubeschränkungen, Fahrrouten und Strassenunterhaltsleistungen ausgehandelt. Dafür werden zwei neue Abbaugebiete eingezont, bereits rekultivierte Abbaugebiete werden wieder der Landwirtschaftszone zugeordnet.