Feuerbrand ging zurück

Arenenberg. Der Feuerbrand-Befall fiel dieses Jahr bisher geringer aus als 2007. Trotzdem wurde die Bakterienkrankheit im ganzen Kanton beobachtet.

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Die bisherige Bilanz für dieses Jahr zeigt eine geringere Intensität des Befalls als im Vorjahr. Es seien aber regionale Ausnahmen zu verzeichnen, wie das BBZ Arenenberg in einer Medienmitteilung meldet. Besonders höhere Lagen, in denen die Obstbäume später blühen, sind dieses Jahr stark betroffen. Insgesamt ist der Befall flächendeckend und erstreckt sich über 78 der insgesamt 80 Gemeinden im Kanton.

Abnahme in Seegemeinden

Die Rückmeldungen der Hochstammkontrolleure und der Feuerbrandkontaktstellen der Gemeinden zeigen, dass wiederum praktisch im ganzen Kanton mit Ausnahme der Gemeinden Gottlieben und Diessenhofen die Bakterienkrankheit beobachtet wurde. Der Befall im Kanton ist über alle Wirtspflanzen gesehen gegenüber dem Vorjahr deutlich tiefer. Eine Abnahme verzeichnen insbesondere die Seegemeinden von Mammern bis Arbon, aber auch in vielen anderen Gemeinden sind weniger Pflanzen befallen. Auffallend ist auch, dass sich die Krankheit im Unterthurgau, der bisher eher wenig Feuerbrand aufwies, nun definitiv festgesetzt hat und sich durch stärkeren Befall bemerkbar macht. In wenigen Gemeinden hat sich die Krankheit zum Teil extrem stark auf Apfelbäumen ausgebreitet. So auf dem Seerücken in den Gemeinden Raperswilen und Homburg, auf dem Wellenberg in den Gemeinden Amlikon-Bissegg und Thundorf sowie in den Gemeinden Wuppenau, Schönholzerswilen und Kradolf-Schönenberg. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, da die Abrechnungen noch nicht abgeschlossen sind.

Weniger Rodungen

In den Erwerbsobstanlagen konnte im Frühjahr zum erstenmal das Mittel Streptomycin gegen den Feuerbrand eingesetzt werden. Diese Massnahme war sehr erfolgreich. Im Vergleich zum Vorjahr mit 65 Hektaren mussten dieses Jahr noch rund 7,5 Hektaren Obstanlagen mit massivem Feuerbrandbefall gerodet werden. Dabei handelte es sich vorwiegend um Anlagen, die der Bewirtschafter nicht behandeln wollte oder durfte (z. B. Biobetriebe, Parzellen in Grundwasserschutzzone).

Die verschiedenen, alternativen Präparate, die im Kernobstbau bewilligt sind, hätten enttäuscht und einen ungenügenden bis keinen Wirkungsgrad gezeigt, so die Mitteilung des BBZ weiter. Dies gelte auch für den von privater Seite stark propagierten und in verschiedenen Parzellen eingesetzten Hanfextrakt. In den Erwerbsobstanlagen konnte dank der Streptomycin-Behandlungen der Feuerbrandbefall gesamthaft stark eingedämmt werden. Bei spätblühenden Sorten und in Junganlagen, die auch später blühen, kam es teilweise zu leichtem bis mittlerem Befall, da sie nicht genügend mit Streptomycin behandelt werden konnten. Die Arbeit für den Rückriss der befallenen Triebe beanspruchte jedoch deutlich weniger Zeit als im Vorjahr. Mehr Befall als im vergangenen Jahr wurde in den Baumschulquartieren, die nicht mit Streptomycin behandelt werden durften, festgestellt.

Problem Hochstämme

Das grösste Problem bleiben die Hochstamm-Feldobstbäume. Auch dieses Jahr wurden sie lokal sehr stark befallen. Insbesondere in späten und höheren Lagen gab es dieses Frühjahr für Apfelbäume optimale Infektionsbedingungen. Es wurden denn auch vor allem Apfelbäume und deutlich weniger Birnbäume befallen. Dieses Jahr sind vor allem Sorten wie Tobiässler, Thurgauer Weinapfel, Blauacher und Bellfleur in grösserem Ausmass vom Feuerbrand betroffen. Die Sanierung der Hochstämme ist in weiten Teilen des Kantons abgeschlossen. In den stark betroffenen Gemeinden erweist sich die Bekämpfung zum Teil als schwierig und ist noch nicht überall umgesetzt. Es ist davon auszugehen, dass im Vergleich zum Vorjahr etwa zwei Drittel weniger Bäume gerodet oder zurückgeschnitten werden müssen.

Auch in Siedlungen schwächer

Obwohl die Zahlen noch nicht abschliessend vorliegen, steht fest, dass der Befall im Siedlungsgebiet ebenfalls schwächer ausgefallen ist als im Vorjahr. Wie in früheren Jahren sind in den Hausgärten Weissdorn und Cotoneaster-Bodendecker, gefolgt von Quitten und Apfelbäumen die am häufigsten befallenen Feuerbrand-Wirtspflanzen.

Der grösste Teil der Wirtspflanzenbesitzer und Bewirtschafter hat die angeordneten Sanierungsmassnahmen sorgfältig und gründlich durchgeführt. Das BBZ Arenenberg dankt ihnen, aber auch den Gemeinden und allen in der Überwachung des Feuerbrandes tätigen Personen. Um das Infektionspotenzial nächstes Frühjahr und in Zukunft im ganzen Kanton möglichst tief zu halten, ist es notwendig, dass die Wirtspflanzenbesitzer und Bewirtschafter die noch ausstehenden Massnahmen umsetzen. (red.)

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