FEUERBRAND: Feuerbrand: Erfolgreiche Pflanzaktion

FRAUENFELD. Im Thurgau haben sich viele Obstbauern für die Pflanzaktion von feuerbrandtoleranten beziehungsweise alternativen Baumarten und Sorten sowie Hecken angemeldet. Der Anbau soll in den nächsten Jahren mit 1,9 Millionen Franken gefördert werden.

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Kampf gegen Feuerbrand: Das Projekt «Zukunft Obstbau» ist auf gutem Weg. (Archivbild: Keystone)

Kampf gegen Feuerbrand: Das Projekt «Zukunft Obstbau» ist auf gutem Weg. (Archivbild: Keystone)

Zur Bekämpfung des Feuerbrandes lancierte der Regierungsrat im letzten Jahr das Projekt «Zukunft Obstbau Thurgau» und änderte im Dezember die Verordnung zum Landwirtschaftsgesetz. Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist der Kanton Thurgau in zwei Obstbauzonen eingeteilt.

Über 100 Schutzobjekte angemeldet
In der Zone 1 wird der Feuerbrand konsequent überwacht und bekämpft. Zu dieser Zone gehören laut Mitteilung der Staatskanzlei 48 Gemeinden im Oberthurgau, im Thurtal und auf dem Seerücken. In den übrigen 32 Gemeinden in der Zone 2 müssen die Landwirte ihre Hochstamm-Baumgärten oder Niederstammkulturen anmelden, wenn diese als Schutzobjekt gelten sollen, wie es weiter heisst. Inzwischen haben 80 Landwirte 111 Schutzobjekte angemeldet, von denen 103 die Anforderungen erfüllen.

1,9 Millionen für alternative Sorten
Vom Feuerbrand befallene Obstbäume sollen durch gegen Feuerbrand widerstandsfähige Sorten, Ökoelemente allenfalls durch andere Feldbäume oder Hecken ersetzt werden. Mit dieser Massnahme soll das Landschaftsbild erhalten werden, wie die Staatskanzlei weiter schreibt. Der Anbau von feuerbrandtoleranten beziehungsweise alternativen Baumarten und Sorten sowie Hecken soll in den nächsten Jahren mit 1,9 Millionen Franken gefördert werden.

Erfolgreiche Pflanzaktion
Für die Pflanzaktion haben in der Obstbauzone 1 rund 80 Betriebe 1150 hochstämmige Bäume und gegen 1500 m Hecken angemeldet. Im letzten Winter wurden 80 Steinobstbäume sowie 1070 Feldbäume wie Eichen, Linden oder Nussbäume gepflanzt. Wie es weiter heisst, haben in der Obstbauzone 2 rund 160 Betriebe 1640 Bäume und 300 m Hecken angemeldet. Neben 400 Feldbäumen wurden rund 1150 Apfelbäume gepflanzt. Besonders in Zone 1 wurden die Annahmen vom Projektbeginn bei weitem übertroffen.

Umpfropfen
Zudem wurden 2009 rund 750 Hochstämmer mit Reisern von feuerbrandwiderstandsfähigen Sorten wie «Remo» und «Rewena» gepfropft. Für dieses Jahr sind 200 Bäume zur Umpfropfung angemeldet.

Bäume ersetzen
Um die Feuerbrand-Gefahr einzudämmen sollen wenn möglich Niederstamm- und Hochstamm-Kernobstanlagen entflechtet werden. Werden Bäume wegen Feuerbrand gefällt, können diese durch andere Bäume ersetzt werden, die nicht feuerbrandgefährdet. (pd/maw)

Begleitgruppe «Zukunft Obstbau Thurgau»


Zur Begleitgruppe gehören Hoch- und Niederstammproduzenten, der Verband Thurgauer Landwirtschaft, Mostereien und Obsthandelsbetriebe, WWF Bodensee/Thurgau, der Thurgauer Vogelschutz, Pro Natura Thurgau, das Amt für Raumplanung, das BBZ Arenenberg und das Landwirtschaftsamt. (pd)

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