Fernwärme für Dussnang

DUSSNANG. Die IG Wärmeverbund Fischingen strebt eine sinnvolle Nutzung der Holzenergie an. Sie klärt nun ab, ob genügend Interesse an einer Holzschnitzelheizung besteht.

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Setzt bereits auf Holzenergie: Armin Brühwiler vom Brühwiler Sägewerk und der Brühwiler Fensterholz AG in Wiezikon. (Bild: mes)

Setzt bereits auf Holzenergie: Armin Brühwiler vom Brühwiler Sägewerk und der Brühwiler Fensterholz AG in Wiezikon. (Bild: mes)

DUSSNANG. Nicht erst seit der Katastrophe in Fukushima beschäftigt der Umstieg auf erneuerbare Energien die Bevölkerung. Der Hinterthurgau, besonders die Gemeinde Fischingen, ist mit Wäldern gesegnet. Genutzt wird das Holz bisher aber noch viel zu wenig. Dies will die Interessengemeinschaft Wärmeverbund Fischingen, ein Zusammenschluss von Privatpersonen, ändern.

Heizzentrale beim Forsthof

Um die 60 Personen sind der Einladung der IG an einen Informationsabend gefolgt. Begrüsst wurden sie von Armin Brühwiler, einem der Initianten. Danach orientierte Andreas Keel von der Energie und Holz GmbH, Zürich, über zwei Studien zum Thema «Fernwärme im Dorfzentrum Dussnang». Es sind dies einerseits eine eigene Holzschnitzelheizung mit möglichem Standort im Forsthof und andererseits ein Anschluss ans Fernwärmenetz Bichelsee-Balterswil, welches vom Holzkraftwerk der Hebag AG in Balterswil gespiesen wird. Abklärungen hätten ergeben, dass letzteres wegen der zu weiten Entfernung nur bedingt in Frage komme. Die Variante «Heizzentrale in Dussnang» sei jedoch weiterverfolgungswürdig, wie die Machbarkeitsstudien aufzeigten.

Hoher Ausbaustand

Das spezialisierte Ingenieurbüro für Energietechnik Calorex Widmer & Partner AG, Wil habe die Wirtschaftlichkeit einer eigenen Heizzentrale optimiert und die Kosten für die Wärmebezüger berechnet. Der Wärmepreis ergebe sich aus dem Ausbaustand. Daher sei anzustreben, dass vom Start an ein möglichst hoher Ausbaustand erreicht werden könne. Die Ergebnisse der Berechnungen stellte Alfons Brühwiler von der Calorex vor. Sie seien vielversprechend, meinte er. Für den weiteren Projektverlauf sei jedoch das Anschlussinteresse der künftigen Wärmebezüger unabdingbar. Alfons Brühwiler forderte die Anwesenden auf, eine unverbindliche Absichtserklärung auszufüllen, denn ohne Wärmebezüger gebe es keine Fernwärme. Die Mitglieder der IG Fischingen sehen in der Holzenergie eine grosse Chance für Dussnang, denn Fernwärme sei nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich.

Kein Brennstoffeinkauf mehr

Armin Brühwiler zählte noch weitere Vorteile auf: Wegfall von Brennstoffeinkäufen, Platzeinsparung durch den Wegfall eines Öltanks, geringere Wartungskosten, grössere Versorgungssicherheit und kaum Anfälligkeit auf Schwankungen am Energiemarkt. Zudem sei es überaus sinnvoll, einheimische Energieträger zu nutzen und Transportwege zu minimieren. Nun werde der Rücklauf der Absichtserklärungen bis Ende Jahr abgewartet. Ein Entscheid über die Realisation erfolge im April des kommenden Jahres. Bereits im Sommer 2012 könnte man dann mit der Projekt- und Ausführungsplanung beginnen, und ein Baubeginn im Winter 2012/13 wäre das Ziel der IG, erklärte Armin Brühwiler. (mes.)