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FERIEN: Im Thurgau übernachteten 2017 weniger Gäste in Hotels - dafür boomen Campingplätze

Im Thurgau gingen die Logiernächte 2017 um insgesamt 2,4 Prozent zurück. Gegenläufiges zeichnet sich auf Campingplätzen ab: Wachstumsraten seit Jahren, neuer Rekord an Übernachtungen im vergangenen Jahr.
Sebastian Keller
Im Thurgau übernachten weniger Feriengäste in Hotels, dafür mehr auf Campingplätzen. (Bild: ALESSANDRO DELLA BELLA (KEYSTONE))

Im Thurgau übernachten weniger Feriengäste in Hotels, dafür mehr auf Campingplätzen. (Bild: ALESSANDRO DELLA BELLA (KEYSTONE))

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Campieren boomt. Das zeigen Zahlen der kantonalen Dienststelle für Statistik. 2017 wurden erstmals über 100'000 Logiernächte auf Thurgauer Campingplätzen gemeldet. «Rekordwert», titelt die Dienststelle. Das entspricht einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum ging die gesamte Anzahl Logiernächte um 2,4 Prozent auf 407 575 zurück. Wie die «Ostschweiz am Sonntag» berichtete, lag das vor allem am Rückgang einheimischer Touristen und der Schliessung grösser Hotels, etwa in Frauenfeld und Arbon. Das Wachstum auf den Campingplätzen hält seit mehreren Jahren an. Zwischen 2010 und 2017 stieg die Zahl der Übernachtungen um fast 30 Prozent.

Schweizer machen Halt in der Schweiz

Diese neue Lust aufs Campieren macht sich auch bei der Frauenfelder Wirth Camping AG bemerkbar. Das Unternehmen bietet gemäss eigenen Angaben alles rund um Camping, Wohnwagen und Reisemobile an. «Den Boom spüren wir seit etwa fünf Jahren», sagt Geschäftsleitungsmitglied Margrit Wirth. Wieso gehen Leute campen? «Die Freiheit, das suchen die Leute.» Wegen der Anschläge in Südfrankreich würden Schweizer wieder vermehrt ihre Zelte oder Wohnwagen in der Heimat statt an der Côte d’Azur aufschlagen. Frühling ist für die Wirth Camping AG eine wichtige Jahreszeit. Viele Campingplätze öffnen um die Osterfeiertage. Deshalb lädt das Unternehmen Mitte März zur Ausstellung. Dort zeigt sich auch: Mit den heutigen Wohnmobilen und Campern müsse «nicht gross auf Luxus verzichtet» werden.

«Glamping» bringt Luxus auf Campingplätze

Auf Luxus müssen die Gäste auch auf dem Camping Wagenhausen nicht verzichten. Auf dem Platz direkt am Rhein finden sich neben Stellplätzen für eigene Fahrzeuge auch Zirkuswagen und Mietzelte. «Diese Art des Campierens nennt sich Glamping», sagt Harry Müller, Chef des Campingplatzes Wagenhausen. Das Kunstwort vereint Annehmlichkeiten mit dem naturnahen Erlebnis Camping. Auch beim Camping Seehorn in Egnach am Bodensee hat die Nachfrage nach «Glamping» zugenommen, sagt Chefin Christine Zellweger. In Egnach können neben kleinen Iglus aus Holz auch Mobilehome mit sechs Schlafplätzen, Küche und Bad gemietet werden. «Wie eine Wohnung im Kleinformat.» Die Gäste würden die Einfachheit suchen, aber auf einen gewissen Luxus nicht verzichten wollen. Bei Mietobjekten müssen die Gäste weder Wohnwagen noch Camper anschaffen.

Der Chef des Campings Wagenhausen stellt fest, dass Camping im Trend liegt. Die Übernachtungszahlen in Wagenhausen haben im vergangenen Jahr «sicher sechs bis acht Prozent» zugelegt. «Zurück zur Natur, einfache Ferien am Wasser, am Feuer», nennt Müller Gründe dafür. Die Branche habe investiert. «In neue sanitäre Anlagen, in Rezeptionen», sagt Müller. Aber auch in neue Angebote - wie beispielsweise in Wagenhausen mit den Mietzelten und den Zirkus­wagen. Das entspreche dem Wunsch der Gäste: «Sie wollen eine moderne Infrastruktur auch auf Campingplätzen.» Das bestätigt auch Christine Zellweger vom Camping Seehorn. «Die Zeiten, als man beim Duschen frieren musste, sind schon längst vorbei.» Dennoch sei es, wie Müller sagt, immer noch eine vergleichsweise günstige Form von Ferien – gerade für Familien mit Kindern.

In Egnach sind die Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr stabil geblieben. «Wir haben aber gemerkt, dass wieder vermehrt deutsche Touristen kommen.» Diese seien in den Jahren zuvor wegen des starken Frankens eher weniger angereist. «Diesen Rückgang konnten wir aber mit Schweizer Gästen wettmachen», sagt Zellweger. Auch Müller spürte in Wagenhausen einen Zuwachs an Schweizer Gästen. «Wir haben mehr Gäste aus den Kantonen Bern und Freiburg», sagt der Campingplatzchef. «Es gibt viele, die diese Ecke der Schweiz bislang nicht gekannt haben.» Deshalb sei man auch an Messen in der westlichen Schweiz präsent. Und wenn die Gäste dann mit dem Zelt oder dem Wohnmobil kämen, seien sie nicht selten begeistert. Begeistert von den vielen Möglichkeiten: Mit dem Schiff fahren, Velotouren unternehmen, die Stadt Schaffhausen besuchen oder einen Ausflug auf den Säntis machen. «Es ist alles sehr kompakt», sagt Müller.

Die neue Campingsaison in Wagenhausen beginnt am Karfreitag, 30. März. Im Camping Seehorn in Egnach hat sie bereits am 1. März begonnen. «Es ist ein langsames Anfangen», sagt Chefin Zellweger. Die Saisonmieter kämen, um ihre Wagen einzurichten. Thurgau Tourismus listet über zehn Camping- und Caravanplätze zwischen Bodensee und Hörnli auf.

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