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FEHLSCHUSS: "Der Jäger ist am Boden zerstört"

Ein Jäger hat in der Nacht auf Samstag versehentlich vier Schafe erschossen. Er hielt die Tiere für Wildschweine. Nun haben sich Schafsbesitzer und Jäger geeinigt.
Silvan Meile
Ein Jäger verwechselte Schafe mit Wildschweinen und erschoss deshalb vier der wolligen Tiere. (Bild: Susann Basler)

Ein Jäger verwechselte Schafe mit Wildschweinen und erschoss deshalb vier der wolligen Tiere. (Bild: Susann Basler)

Der Thurgauer Jäger korrigiert seine Fehlschüsse mit dem Portemonnaie. In der Nacht auf Samstag erschoss er auf der Jagd zwischen Affeltrangen und Thundorf vier Schafe einer Herde und verletze drei weitere so schwer, dass diese notgeschlachtet werden mussten. Er hielt die Tiere für Wildschweine. «Der Schafbesitzer und der Jäger konnten sich auf eine Entschädigung einigen», sagt Josef Hämmerli, Präsident der Jagdgesellschaft Affeltrangen. Er selber habe zwischen den beiden vermittelt. «Der Jäger ist am Boden zerstört», sagt Hämmerli. Über die Höhe der finanziellen Entschädigung halten sich die Jäger, wie auch der Besitzer der getöteten Schafe bedeckt.

Der Jäger hatte keinen Alkohol im Blut

Aufgrund der Einigung verzichtete der Tierhalter auf eine Anzeige gegen den Schützen, verrät Hämmerli weiter. In der besagten Nacht sei jedoch auch die Polizei alarmiert worden. Noch vor Ort habe diese einen Atemlufttest durchgeführt, erklärt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Das Ergebnis: 0,00 Promille.

Für die Strafverfolgungsbehörde dürfte dieser Fall mit einem Rapport erledigt sein. Ein strafrechtlich relevantes Verhalten liege in diesem Fall aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht vor, teilt deren Mediensprecher Stefan Haffter auf Anfrage mit. «Der Jäger ist im Besitz des Jagdpatents und für Wildschweine besteht derzeit keine Schonzeit.» Strafrechtlich betrachtet stünde der Tatbestand der Sachbeschädigung zur Diskussion. «Da der Jäger aber von einem Sachverhaltsirrtum ausging und eine fahrlässige Sachbeschädigung nicht strafbar ist, kann er diesbezüglich nicht zur Rechenschaft gezogen werden», erklärt Haffter.

Entzug der Jagdbewilligung ist nicht angeordnet

Die Polizei rapportiert diesen Vorfall zuhanden der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung. Der entsprechende Bericht wird auf dem Tisch von Amtschef Roman Kistler landen. «Ein solcher Fall ist mir aus den vergangenen 15 Jahren nicht bekannt», sagt Kistler. Der fehlbare Jäger wird aber kaum mit dem Entzug seiner Jagdbewilligung rechnen müssen. «Das macht eigentlich nur der Richter», sagt Kistler, auch wenn das Departement für Justiz und Sicherheit ebenfalls die Möglichkeit dazu hätte.

Auf die Schafe ist nicht etwa mit Schrot, sondern mit einzelnen Kugeln geschossen worden, weiss Kistler. Die getöten Nutztiere hätten zu einer der Wanderherden gehört, die gerade im Winter durchs Flachland ziehen. Die Haftung liege in einem solchen Fall ausschliesslich beim fehlbaren Schützen. Jäger sind für den Erhalt des Jagdscheines generell verpflichtet, eine spezielle Haftpflichtversicherung abzuschliessen.

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