FDP-Präsident David H. Bon warnt vor der Schul-Initiative

Weinfelden Die FDP Thurgau will weder etwas von der Volksschule-Initiative noch von der Atomausstiegs-Initiative etwas wissen und fasste an ihrer Mitgliederversammlung in Weinfelden zweimal klar die Nein-Parole. Beide Initiativen wurden mit 2 Ja- zu 35 Nein-Stimmen abgelehnt.

Christof Lampart
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Weinfelden Die FDP Thurgau will weder etwas von der Volksschule-Initiative noch von der Atomausstiegs-Initiative etwas wissen und fasste an ihrer Mitgliederversammlung in Weinfelden zweimal klar die Nein-Parole. Beide Initiativen wurden mit 2 Ja- zu 35 Nein-Stimmen abgelehnt.

Die Meinungen seien wohl für viele schon gemacht, sagte FDP-Kantonalpräsident David H. Bon am Donnerstagabend über den geringen Aufmarsch. Dennoch müsse man «noch Gas geben», denn nichts sei gefährlicher als eine Initiative, die mit einem süffigen Titel aufwarte und in der Diskussion lange unter dem Radar vieler Menschen laufe. Auch die Präsidentin der Primarschule Uttwil, Rebecca Hirt, erklärte, dass der Titel der Initiative «Ja zu einer guten Thurgauer Volksschule ohne Lehrplan 21» das Gefährlichste an der Vorlage sei, denn «eine gute Volksschule wollen wir ja alle». Tatsächlich handle es sich dabei aber um ein rückwärts gewandtes Konzept, das weder den Bedürfnissen der Schüler, der Gesellschaft noch der Wirtschaft entspreche. Jahresziele, wie sie die Initianten forderten, seien in einer pluralistischen und zunehmend individualistischeren Gesellschaft nicht mehr praktikabel. «Die Grundkompetenzen werden nach wie vor gefördert, aber auch die Medienarbeit und die Mint-Fächer gestärkt», so Hirt.

Gescheite kommen mit dem Lehrplan 21 zurecht

Der Befürworter der Initiative, Felix Huwiler, Altnau, fürchtet bei der Einführung des Lehrplans 21 um die Qualität der Thurgauer Volksschule. «Wir brauchen nach wie vor Jahresziele mit klar definierten und erreichbaren Fachzielen und Lehrkräfte, die das unterrichten können», forderte Huwiler. «Die Gescheiten kommen mit dem Lehrplan 21 schon zurecht. Viele Kinder dürften jedoch durch die Eigenständigkeit, welche der Lehrplan 21 voraussetzt, überfordert sein.»

Der Atomausstieg muss kommen, darin war man sich einig. Beim «Wann» schieden sich jedoch die Geister. Peter Gubser (SP, Arbon) sagte, der Zeitpunkt für einen schrittweisen Ausstieg sei günstig, schaffe man doch dadurch verbindliche Fakten für die Energiebranche. Auf den Einwand, dass man sich damit von Europa von der Energie abhängig machte, entgegnete Gubser, dass «wir auch das Uran nicht bei uns in den Alpen finden».

FDP-Kantonsrat Beat Pretali, Altnau, erklärte, dass die Schweizer AKW zwar teilweise vor 45 Jahren gebaut worden seien, die Technologie jedoch stetig erneuert worden sei. Es sei wirtschaftlich fahrlässig, wenn man die AKW nur abschalte, weil sie ein gewisses Alter erreicht hätten.