Fasziniert vom Fliegen mit Fernsteuergerät

Das 28. Internationale Modell-Oldtimertreffen auf der Grossen Allmend hat nicht nur zahlreiche Schaulustige angelockt. Selbst Stadtpräsident Anders Stokholm liess sich in die Kunst der Modellfliegerei einweihen.

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Alfred Doppelhofer mit seiner Lockheed F-104 «Starfighter». (Bild: Andreas Taverner)

Alfred Doppelhofer mit seiner Lockheed F-104 «Starfighter». (Bild: Andreas Taverner)

«Ohne gegenseitige Akzeptanz zwischen Rösselern, Hundefreunden sowie Natur- und Vogelschutzverein würden unsere unterschiedlichen Hobbys auf der Grossen Allmend nicht funktionieren», erklärte Albert Tanner, ehemaliger Obmann des Modellflugvereins Frauenfeld, beim Internationalen Modell-Oldtimertreffen vom vergangenen Samstag.

Seit 1989 veranstaltet der Modellflugverein auf der Grossen Allmend das jährliche Oldtimertreffen. Zugelassen sind Nachbauten von Motorflugzeugen bis und mit dem Alter von 30 Jahren, wobei die Motorisierung dem Original entsprechen muss – daher der Name Oldtimertreffen. Es wird in drei Kategorien differenziert: Kategorie 1 sind kaum oder nicht kunstflugtaugliche Modelle. Ab Kategorie 2 sind sie kunstflugtauglich, und in der dritten Kategorie befinden sich die Jet-Modelle. Die Punktrichter sind alles erfahrene Piloten sowie wettbewerbserfahrene Modellflieger. Bewertet werden unter anderem Flugfiguren wie Loopings oder Rollen, aber auch, wie detail- und massstabgetreu die nachgebauten Modelle sind.

Vom Airbus zum Modellflugzeug

So ist Alfred Doppelhofer mit einer Lockheed F-104 «Starfighter» am Start. Er führt sie sicher und souverän dem vor allem männlichen Publikum vor. «Ich kam über den Segelflieger zum Hunter und dem PC-9», erklärt der ehemalige Milizpilot und jetzige Kapitän von grossen Airbus-Flugzeugen A330 und A340. «Ich habe es gern extrem, ob Wetter, Höhe oder Wind», sagt Doppelhofer. «Wenn ich mich jeweils im Hunter angeschnallt hatte, verschmolz ich mit der Maschine», erklärt er begeistert. Seine nächste Herausforderung ist die WM-Teilnahme im August in Finnland. Sein Ziel ist, sich in den Top Ten zu qualifizieren. Um sein selbstgefertigtes, detailgetreues Modell in Schuss zu halten, schätzt er den Aufwand auf etwa 500 bis 600 Stunden pro Jahr. Pfeilschnell kurvt der in zivilem Rot lackierte zweite «Starfighter» von Jürgen Sickinger aus Hechingen bei Tübingen über das Areal. Seit seinem zehnten Lebensjahr ist er ein begeisterter Modellflieger. «Mathias ist Fan der Brückner, eines Doppeldeckers aus den 1930-Jahren», erklärt sein Vater Lukas Conte. Er ist bis Ende Oktober noch Linienpilot bei der Bel­air und kam über die Modellfliegerei zum jetzigen Beruf.

Allen Nachahmern, die später einmal Pilot werden möchten, rät er: «Macht zuerst eine solide Grundausbildung. Pilot ist ein Zweitberuf.» Für Conte ist Fliegen wie ein Virus, den man nicht mehr loswird. In der Zwischenzeit lässt sich auch Stadtpräsident Anders Stokholm in die Welt der Fliegerei einführen.

Andreas Taverner

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch