Familienvater wird ausgewiesen

Lausanne Das Bundesgericht schützt einen Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgericht. Die Thurgauer Behörden haben einem Mazedonier, der mehrfach straffällig wurde, die Niederlassungsbewilligung zu Recht entzogen.

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Lausanne Das Bundesgericht schützt einen Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgericht. Die Thurgauer Behörden haben einem Mazedonier, der mehrfach straffällig wurde, die Niederlassungsbewilligung zu Recht entzogen.

Der mazedonische Staatsangehörige kam 1994 als Zwölfjähriger im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz. Seit Juni 2001 lebt auch seine Ehefrau in der Schweiz. Sie und die drei Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren dürfen hier bleiben. Der Mazedonier geriet erstmals im Alter von 15 Jahren mit dem Gesetz in Konflikt. Die Jugendanwaltschaft verurteilte ihn wegen Drohung zu einer Arbeitsleistung. Seither stand der Mann immer wieder vor den Schranken der Gerichte, sehr oft wegen Strassenverkehrsdelikten. Im Sommer 2002 verwarnte ihn das kantonale Ausländeramt und forderte ihn auf, sich in Zukunft klaglos zu verhalten. Es folgten weitere Verkehrsdelikte und eine zweite Verwarnung. Im April 2005 verurteilte das Bezirksgericht Bischofszell den inzwischen 23-Jährigen wegen Geldfälschung und Konsums von Betäubungsmitteln; auch erhielt er mehrmals hohe Bussen wegen Verkehrsdelikten. Die bisher höchste Strafe erhielt der Mann im Dezember 2013, als ihn das Bezirksgericht Arbon wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und zu einer Busse von 3000 Franken verurteilte.

Im Februar 2015 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung des Mazedoniers. Rekurs und Beschwerde beim Justizdepartement und beim Verwaltungsgericht blieben erfolglos. Auch die Richter in Lausanne erachten den Landesverweis als verhältnismässig. Aufgrund der wiederholten sowie schweren Delinquenz rechtfertigt es sich aus sicherheitspolizeilichen Interessen, den Mann aus der Schweiz wegzuweisen. Das Bundesgericht räumt ein, dass der Entzug der Niederlassungsbewilligung den dreifachen Familienvater hart trifft. Trotzdem kann ihm die Ausreise nach Mazedonien zugemutet werden, da er seine Kindheit dort verbrachte und er Albanisch – die zweite Landessprache – spricht (Urteil 2C_288/2016 vom 13.10.2016). (tzi)