FALSCHE RECHNUNGEN: Thurgauerinnen zahlten zuviel für Mammografie

FRAUENFELD. Rund 100 Frauen, die im Thurgau am kantonalen Programm für die Früherkennung von Brustkrebs teilgenommen haben, haben von der Krankenkasse eine zehnmal zu hohe Rechnung erhalten. Für Mathias Wenger, Kantonsarzt im Thurgau, ist die Angelegenheit ein «Ärger».

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Der Kanton Thurgau übernimmt bei Frauen ab 50 die Kosten einer Mammografie. (Bild: Archiv/Hannes Thalmann)

Der Kanton Thurgau übernimmt bei Frauen ab 50 die Kosten einer Mammografie. (Bild: Archiv/Hannes Thalmann)

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm wird im Kanton Thurgau seit Anfang dieses Jahres angeboten. Dazu eingeladen werden Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Der Thurgau ist daran interessiert, dass möglichst viele Frauen mitmachen und warb damit, dass sich die Frauen alle zwei Jahre für rund 20 Franken untersuchen lassen können.

Ganze Untersuchung verrechnet
Die effektiven Kosten für eine Untersuchung betragen im Kanton Thurgau 182.80 Franken. Mit Santésuisse, dem Dachverband der Krankenversicherer, wurde vereinbart, dass die Untersuchung von der Jahresfranchise ausgeschlossen ist und lediglich der Selbstbehalt von zehn Prozent den versicherten Frauen verrechnet wird.

Das hätten alle Krankenkassen verstanden - bis auf zwei grosse, sagte Mathias Wenger am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Von 800 Frauen, die seit Anfang Jahr am Programm teilnahmen, haben rund 100 eine zu hohe Rechnung erhalten. Beim Zentrum für die Brustkrebs-Früherkennung seien die Telefonleitungen heiss gelaufen.

Bei Santésuisse interveniert
Der Kanton habe sofort bei Santésuisse interveniert. Wenger rät den betroffenen Frauen, die Rechnung über 182.80 Franken nicht zu bezahlen, zurückzusenden und auf die korrekte Rechnung im Betrag von 18.30 Franken zu warten. Sei die zu hohe Rechnung bezahlt worden, sei von der Krankenkasse eine Rückerstattung zu verlangen.

Der Kanton Thurgau ist nach St. Gallen der zweite Ostschweizer Kanton, der ein Programm für Brustkrebs-Früherkennung anbietet. In der Westschweiz gibt es solche Programme schon seit vielen Jahren. (sda)