Fall Mattle: Stadtrat lässt die Katze im Sack

BISCHOFSZELL. Eine «Überraschung» hatte Helen Jordi, Vize-Stadtammann von Bischofszell, im Streit um die angebliche Veruntreuung von Geldern durch Stadtammann Josef Mattle angekündigt. Das Warten, was damit gemeint sein könnte, geht weiter - obwohl der Stadtrat nun ein Communiqué veröffentlicht hat.

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Vom Finanzverwalter angezeigt: Der Bischofszeller Stadtammann Josef Mattle. (Bild: Archiv/Nana Do Carmo)

Vom Finanzverwalter angezeigt: Der Bischofszeller Stadtammann Josef Mattle. (Bild: Archiv/Nana Do Carmo)

Mehrere Tage Zeit hat sich die Bischofszeller Behörde gelassen mit einer Reaktion auf die Anzeige des städtischen Finanzverwalters gegen Stadtammann Josef Mattle. Ihm wird die Veruntreuung von öffentlichen Geldern vorgeworfen. Auslöser: Von einem Konto der Stadt war eine Rechnung von 50'000 Franken an den Veranstalter der Tour de Suisse bezahlt worden. Erst einige Zeit später floss das Geld vom lokalen OK zurück an die Stadt. Nun hat der Stadtrat am Montagnachmittag ein Communiqué veröffentlicht, nachdem er am vergangenen Mittwochabend zum Thema getagt hatte.

«Keinerlei weitere Auskünfte»
«Nach einer Strafanzeige, die der Finanzverwalter der Stadt Bischofszell eingereicht hat, war die Staatsanwaltschaft gehalten, gegen den Stadtammann Josef Mattle eine Untersuchung zu eröffnen», leitet der Stadtrat seine Medienmitteilung ein. Solange dieses Verfahren laufe, könnten dazu keinerlei weiteren Auskünfte erteilt werden, und es gelte für Stadtammann Josef Mattle die Unschuldsvermutung, teilt der Stadtrat mit.

«Arbeitsverhältnis irreparabel zerrüttet»
Wie es im Communiqué weiter heisst, sei das Arbeitsverhältnis zwischen dem Stadtammann und dem Finanzverwalter aus Sicht beider Beteiligter irreparabel zerrüttet, die beiden hielten eine weitere Zusammenarbeit für unzumutbar. «Der Stadtrat Bischofszell prüft Konsequenzen und weiteres Vorgehen in dieser Situation», teilt er mit. Zudem verweist die Behörde darauf, dass aus Daten- und Persönlichkeitsschutzgründen erst weiter orientiert werden könne, wenn alle Sachverhalte geklärt und Beschlüsse gefasst seien. Des Weiteren stellt die Behörde ein nächstes Communiqué für Donnerstag in einer Woche, 23. August, in Aussicht. Bis dahin herrscht auch keine Klarheit darüber, welcher Natur die Überraschung sein könnte, welche Vize-Stadtammann Helen Jordi noch vergangene Woche in Aussicht gestellt hatte. Sie hatte nach der Sitzung der Behörde zum Thema gegenüber der Thurgauer Zeitung wörtlich gesagt: «Ganz sicher wird es eine Überraschung geben.» (dwa)

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