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Facebook gibt's jetzt auch im Hinterthurgau

Wirklich erholt haben wir uns noch nicht vom letzten Herbst. Für die Nationalratswahlen pflasterten politwillige Kandidatinnen und Kandidaten buchstäblich den ganzen Hinterthurgau mit überdimensionalen Ausdrucken ihrer Gesichter zu. Keine Wiese, keine Laterne, kein Gartenhag blieb verschont.
Olaf Kühne

Wirklich erholt haben wir uns noch nicht vom letzten Herbst. Für die Nationalratswahlen pflasterten politwillige Kandidatinnen und Kandidaten buchstäblich den ganzen Hinterthurgau mit überdimensionalen Ausdrucken ihrer Gesichter zu. Keine Wiese, keine Laterne, kein Gartenhag blieb verschont. Wahlkampf eben. Und nun geht das Spiel schon wieder los. 141 Hinterthurgauer wollen im April in den Kantonsrat gewählt werden und teilen dies der Menschheit erneut mit einer kunterbunten Plakatflut mit. Freundliche Gesichter allerorten, hübsche und weniger hübsche, buhlen um die Wählergunst. Ironischerweise sind zahlreiche Kandidaten mit von der Partie, die sich dem Vernehmen nach – eigentlich – für den Landschaftsschutz stark machen wollen. Grundsätzlich wäre gegen dieses Facebook auf der grünen Wiese nichts einzuwenden. Schliesslich ist der Spuk nach dem 10. April wieder vorbei. Aber: Liebe Kandidatinnen und Kandidaten, habt Ihr wirklich nichts zu sagen? Lediglich Name, Partei und Listennummer scheinen der kommunikative Konsens zu sein, auf den sich die Politiker in spe wohl in einem konspirativen Treffen geeinigt haben. Keine Parolen, keine Forderungen, keine Anliegen, nichts. «Parlament» entstammt dem italienischen «parlare», zu Deutsch «sprechen». Wer dort hin will, sollte also auch etwas zu sagen haben. «Fairness bringt's», weiss wenigstens die EVP. Genauso gut könnte die Partei auch «Wasser ist nass» auf ihre Plakate drucken. Selbst die Benutzer des richtigen Facebooks, jenem im Internet, haben mehr zu sagen. Die zeigen der Welt immerhin ihr selbstgeknipstes Mittagessen oder ihr liebstes Katzenbild. Auch nicht wirklich spannend, aber immerhin. Sollen die armen Wähler wirklich nur stumme Gesichter in den Grossen Rat schicken? Irgendein knackiges Anliegen sollte es doch geben. Es muss ja nicht gleich die Abschaffung des Frauenstimmrechts im Hinterthurgau sein.

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

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