Expo: Jetzt gibt Ostschweiz Vollgas

Das Konkurrenzprojekt am Gotthard ist vom Tisch – jetzt treiben die Ostschweizer Kantone die Pläne für eine Landesausstellung am Bodensee 2027 voran. Ein privater Verein soll für den nötigen Schwung sorgen.

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frauenfeld. Die Befürworter einer Landesausstellung in der Ostschweiz waren vorgestern in Feststimmung: Am Vortag war bekannt geworden, dass die Gotthardkantone ihre eigenen Pläne für eine Expo fallengelassen haben. «Das ist eine erfreuliche Entwicklung», sagte der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark auf Anfrage. Mit dem Scheitern von «Gottardo 2020» erhält die Idee einer Expo am Bodensee im Jahr 2027 Aufwind. Der Expo-Koordinationsausschuss der Ostschweizer Regierungen werde schnell reaktiviert, sagte Stark.

Die Ostschweizer Kantone hatten sich zuletzt im Sommer dafür ausgesprochen, eine Expo am Bodensee zu prüfen. Sie stellten die Pläne aber zurück, bis Klarheit über das Konkurrenzprojekt am Gotthard herrscht. Regierungspräsident Stark und Kantonsrätin Verena Herzog wollen zudem demnächst einen privaten Expo-Verein ins Leben rufen. Ihm sollen Vertreter aus Politik, Wirtschaft sowie den Gemeinden angehören – und zwar aus allen Ostschweizer Kantonen. Der Verein soll die Basis für die Expo-Idee verbreitern.

«Das kann eine Regierung nicht einfach verordnen», sagte Stark.

Mit dem Scheitern des Projekts «Gottardo 2020» ist das nüchterne Kalkül der Ostschweizer Kantonsregierungen voll aufgegangen. Sie haben darauf spekuliert, dass die schon weit gediehenen Gotthard-Pläne Schiffbruch erleiden – vor allem, weil sie vom Zeitplan her unrealistisch waren.

Ursprünglich wollten Uri, Graubünden, das Tessin und das Wallis anlässlich der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels eine Alpen-Expo durchführen. Die Eröffnung ist für 2017 geplant. Tatsächlich war der zu enge Zeitplan einer der Hauptgründe dafür, dass die Gotthardkantone ihre Pläne aufgegeben haben. «Gottardo» sei zudem zu teuer, hiess es. (wid)

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