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EXIT: Tod auf Bestellung

Oft ist der Freitod der letzte Ausweg. Die Sterbebegleiterin Heidi Iller erzählte in Frauenfeld von ihrer Tätigkeit.
Hugo Berger

Rund 60 meist ältere Menschen haben sich am Donnerstag im kleinen Saal im Alterszentrum Park in Frauenfeld eingefunden. Die Projektgruppe Top60-Thurgau hatte zu einer Veranstaltung über das Sterben, den Tod und über die Freitodbegleitung von Exit eingeladen. Es gehe um ein Tabuthema, sagte Zentrumsleiter Bernhard Liepelt und fügte an: «Wir stehen der Freitodbegleitung skeptisch gegenüber, aber es ist eine persönliche Entscheidung.»

Dass die Entscheidung zum Freitod ausschliesslich von der betreffenden Person ausgehen muss, betonte auch die Referentin Heidi Iller in ihrem gut einstündigen Referat. «Wenn Menschen zu sehr leiden, ziehen sie manchmal das Sterben vor. Exit unterstützt die Selbstbestimmung ihrer Mitglieder im Leben und im Sterben.» Die Sterbehilfe ist allerdings an etliche Bedingungen geknüpft. So muss vor allem eine hoffnungslose Prognose, unerträgliche Beschwerden oder eine unzumutbare Behinderung vorliegen. Der Sterbewillige muss urteilsfähig sein und das Mittel, das den Tod bewirkt, selbst zu sich nehmen. «In etlichen Gesprächen stellen wir auch sicher, dass der Sterbewunsch nachhaltig ist und nicht nur einer momentanen Krise entspringt», betonte die Freitodbegleiterin. Neben Exit ist stets ein Arzt – meistens der Hausarzt des Sterbewilligen – in den Abklärungsprozess involviert.

Exit kann Selbstmord verhindern

Das Angebot der Exit- Freitod­begleitung verhindere nicht selten, dass sich Menschen unter grossen Risiken und mit Gewalt das Leben nähmen, ist Iller überzeugt. «Nicht alle, die unsere Zusicherung haben, machen davon Gebrauch. Allein die Gewissheit, im Notfall jederzeit einen Ausweg zu haben, lässt sie ihr Leiden ertragen.» Sehr aufmerksam folgten die Anwesenden den Schilderungen der Fachfrau über den Sterbevorgang. Meistens seien die engsten Verwandten anwesend, wenn sie zum vereinbarten Termin ins Haus komme. Es werde Abschied genommen. «Geredet wird meist nicht mehr viel, denn an diesem Tag ist alles gesagt.» Zuerst erhält der Sterbewillige ein Mittel, das die Magennerven beruhigt. Nachdem er noch einmal ausdrücklich bestätigt hat, dass es sein freier Wille ist zu sterben, erhält er das Sterbemittel Natrium-Pentobarbital. Nach zwei, drei Minuten setzt der Tod ein. Dieser muss der Polizei gemeldet werden. «Manchmal kommen sie in Uniform, was für die Anwesenden sehr schockierend ist.» Das sei auch oft der Grund dafür, dass Exit die Sterbebegleitung in vielen Heimen nicht durchführen darf. «Man will nicht die Polizei im Haus.»

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