Evangelischer Kirchenrat mobilisiert für Tanzverbot

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Frauenfeld Im Hinblick auf Karfreitag und Ostern hat der Evangelische Kirchenrat des Kantons Thurgau ein Memorandum veröffentlicht, in dem er an den Wert der fünf im Thurgau besonders geschützten Feiertage erinnert.

Damit reagiert er auf eine im November eingereichte überparteiliche Motion zur Abschaffung des als Tanzverbot bekannten besonderen gesetzlichen Schutzes von Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag, Bet- und Weihnachtstag. An diesen Tagen sind auch Konzerte, Theaterauf­führungen und Filmvorführungen verboten. Wer den Status dieser Feiertage verteidige, werde «schnell einmal als Spassbremse bezeichnet», heisst es in dem von Kirchenratspräsident Wilfried Bührer und Aktuar Ernst Ritzi unterzeichneten Schreiben. Doch ohne einen «gezielten Schutz durch die Tradition und durch die Gesetzgebung ist das kostbare Gut von Oasen der Stille und Besinnlichkeit nicht zu haben». Der Kirchenrat argumentiert weniger religiös, als mit Argumenten, die auch für Ungläubige bedenkenswert sind. «Bedeutet es wirklich mehr Spass, an restlos jedem Tag im Jahr alles haben oder machen zu können? Macht nicht gerade der Wechsel einen gewissen Reiz aus?» Lebensqualität sei nicht mit chronischer Betriebsamkeit gleichzusetzen. Auch gingen Tage verloren, an denen Familienanlässe leichter durchzuführen sind, weil nicht alles mit Terminen vollgestopft ist. (wu)