Eulen, Greifvögel und eine Harley

Der Kulttöff Harley-Davidson steht jetzt im Thurgauer Naturmuseum. In derselben Ausstellung wie Eulen und Greifvögel. Museumsleiter Hannes Geisser hat noch mehr auf Lager, um Besucher zum Staunen zu bringen.

Margrith Pfister-Kübler
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Museumsleiter Hannes Geiser stellte die neue Ausstellung im Naturmuseum vor. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Museumsleiter Hannes Geiser stellte die neue Ausstellung im Naturmuseum vor. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Frauenfeld. Es ist Ansichtssache, ob eine Harley im Thurgauer Naturmuseum Platz finden soll. Sie wurde eingeflogen in die Sonderausstellung «Eulen und Greifvögel». Und dies hat einen triftigen Grund: eine Harley hat tatsächlich mit Greifvögeln zu tun; die amerikanische Motorradmarke trägt den Weisskopfseeadler im Firmenemblem.

Sichtweisen

In versammelter Vielfalt von Eulen und Greifvögeln wird in der Ausstellung mit eindrücklichen Filmsequenzen, interaktiven Stationen zu Verstehen und Wissen geleitet.

Die Perspektiven können erweitert werden, indem die Besucher ihre Sichtweise testen und diejenigen der Eulen und Greifvögel. Eulen können ultraviolettes Licht sehen, sie sehen Spuren in der Nacht von Urin, weil dieser ultraviolettes Licht hinterlässt. Die Sichtstärke eines Bussards ist ebenfalls zu erleben; ein kleiner Pixel-Lehrgang. Alles reale Wunder der Natur, die im Naturmuseum anschaulich erlebt werden können.

Da gibt es Schubladen zu öffnen, damit sich die Besucher die Greifwerkzeuge dieser phantastischen Vögel einzeln angucken und auch anfassen können. Und wenn schon mal unterschwelliges Gruseln aufkommt, dann ist die Menu-Station für den Uhu das Ziel, neben Harry Potter. Der Menu-Plan vom Uhu besteht aus Fisch, Krähen, Mäusen, und als einziger Greifvogel wird er dem Igel gefährlich; er knackt diesen und so kommt auch der Igel auf den Speiseplan.

Faszinierend ist auch der Bartgeier, der ausschliesslich Knochen frisst, dazu hat er einen Magen, der das Knochenzeugs mit einer Art Salzsäure verdauungsfähig macht. Eindrückliche Filmsequenzen, interaktive Stationen bringen die sonst in luftiger Höhe oder dunkler Nacht aktiven Tiere in Griffnähe. Biologie, Lebensweise und Kulturgeschichte der Eulen und Greifvögel werden erklärt und gezeigt.

Lebensraumkämpfe? Gibt es nicht zwischen Eulen und Greifvögeln, die einen jagen nachts, die andern tagsüber. So kommen sie sich nicht in die Quere beim gleichen Beutespektrum.

Schräger Film

Unbedingt sollten sich die Besucher den leicht schrägen Film mit «Interview mit Bernd, dem Eulensammler» rein ziehen.

Hannes Geisser voll amüsiert: «Die einen werden diesen Film heiss lieben, die anderen werden sagen, mein Gott, was für ein Schwachsinn.» Es ist eine Sonderausstellung, verknüpft mit Fachwissen, in faszinierenden Szenen, verständlicher Umsetzung und auf gescheitem Niveau.

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