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ETZWILEN: Noch fehlen hundert Meter Gleis

Ein Bähnlertraum wird wahr – Etzwilen steht kurz vor der Anbindung ans bundesdeutsche Schienennetz. Erstmals seit 21 Jahren rollte am Montag ein Zug über die Gleise.
Ernst Hunkeler
Stiftungspräsident Giorgio Behr begrüsste die Gäste zur Jungfernfahrt. (Bild: Ernst Hunkeler)

Stiftungspräsident Giorgio Behr begrüsste die Gäste zur Jungfernfahrt. (Bild: Ernst Hunkeler)

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Im deutschen Rielasingen war bis dato Schluss. Zumindest für die Museumsbahn. Deren eigentliche Endstation wäre Singen, doch seit 2003 ist die Strecke zwischen dem Singener Industriequartier und dem Bahnhof im Stadtzentrum auf hundert Metern unterbrochen.

Dies soll sich bald ändern. Dank der Stiftung Museumsbahn Stein am Rhein–Etzwilen–Hemishofen–Ramsen & Rielasingen–Singen – oder kurz: SEHR & RS und deren ausführenden Organs, des Vereins zur Erhaltung der Eisenbahnlinie Etzwilen–Singen (siehe Kasten). Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Stiftung acht Jahre lang mit der Stadt Singen, dem Bundesland Baden-Württemberg und dem deutschen Eisenbahnbundesamt verhandelt. Am 1. August hat sie schliesslich die Betriebsbewilligung auch für das Schienennetz der Deutschen Bahn erhalten.

Kreisverkehr statt Schienen

So fuhr denn am vergangenen Montag erstmals seit 1996 wieder ein Zug von Ramsen nach Singen. Die «Jungfernfahrt» mit geladenen Presseleuten und den Stiftungsräten an Bord von zwei Wagen führte auf rostigem Gleisstrang bis zu deren abruptem Ende im Singener Industriequartier. Dieses wurde 2003 per Trennscheibe herbeigeführt, um den Bau eines Kreisverkehrs zu ermöglichen. Seither fehlen hier exakt hundert Meter Schienen.

Diesem Gleisstück trauerten die Urväter des 2001 gegründeten Vereins nicht nur nach, sie handelten auch schon zum Zeitpunkt des Herausrisses. Mit der Stadt Singen wurde ausgemacht, dass die Strecke jederzeit wieder durchgängig erstellt werden könne. Nächsten Frühling sollte es so weit sein.

Seitens der Stiftung wurde eine Beteiligung von 100000 Euro auf einem Sperrkonto hinterlegt. Während der folgenden Jahre tastete sich der Verein via Ramsen langsam nach Deutschland vor. Touristenfahrten im Schlepp von Diesel- oder Dampfloks pen­delten zwischen Etzwilen und Ramsen.

Und nun also der neueste Streich der hartnäckigen Eisenbähnler: Demnächst werden die hundert Meter Gleis quer über den OBI-Kreisel in Singen nach insgesamt 15 Jahren wieder eingebaut. Schon im kommenden Jahr soll mit Pauken und Trompeten – respektive Pfeifsignal – in den Bahnhof Singen eingefahren werden können.

Weitere Informationen unter: www.etzwilen-singen.jimdo.com

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