ETTENHAUSEN: Sein Herz schlägt in zwei Takten

Der 43-jährige Heinz Rüegg aus Ettenhausen ist noch ein richtiger Töffli-Bueb. Am Samstag nimmt er mit seinem Sachs Moor am «Red Bull Alpenbrevet» in Sarnen teil.

Miranda Diggelmann
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Mit seinem Töffli, einem Sachs Moor 502, startet der Ettenhauser Heinz Rüegg am Samstag zum fünften Mal am «Red Bull Alpenbrevet». (Bilder: PD)

Mit seinem Töffli, einem Sachs Moor 502, startet der Ettenhauser Heinz Rüegg am Samstag zum fünften Mal am «Red Bull Alpenbrevet». (Bilder: PD)

Miranda Diggelmann

miranda.diggelmann@ thurgauerzeitung.ch

Einmal mehr werden 1000 Töffli-Verrückte über die Pässe dröhnen. Das «Red Bull Alpenbrevet» findet am Samstag bereits zum achten Mal statt – dieses Jahr in Sarnen. Die Strecke führt vorbei an grünen Matten und idyllischen Dörfern. Somit präsentiert sich die Zentralschweiz in prächtigem Postkarten-Panorama.

Am grössten Töffli-Event der Schweiz nehmen auch Thurgauer teil. Etwa Heinz Rüegg aus Ettenhausen, der dieses Jahr bereits zum fünften Mal am Alpenbrevet starten wird. «Es ist zur Tradition geworden, dass ich immer zusammen mit meinem Onkel teilnehme. Irgendwann würden wir aber gerne in einer Gang starten», sagt der 43-jährige Heinz Rüegg.

Als er 27 Jahre alt war, reparierte Heinz Rüegg ein Töffli für seine Schwiegermutter. «Damals entdeckte ich meine Leidenschaft für die Zweitakter», sagt der Ettenhauser. Inzwischen besitzt er selbst vier verschiedene Töffli.

Die alten Töffli sind die besten

Am liebsten habe er die älteren, denen man die Jahre schon etwas ansieht. Das Töffli «Moor», ein Sachs 502, ist sein liebstes. «Mit dem Moor nehme ich immer am Alpenbrevet teil. Für mich ist es nämlich etwas Besonderes», sagt Rüegg, der früher nur mit grossen Motorrädern fuhr. «Seit ich Familie habe, fahre ich fast nur noch mit dem Töffli. Das ist weniger gefährlich», sagt er. Wenn der Familienvater nicht mindestens einmal pro Woche eine Töffli-Ausfahrt mache, fehle ihm was – ein zeitintensives Hobby also.

Das Töff-Fahren fehle ihm hingegen nicht. «Mit dem Töffli sieht man viel mehr von der Landschaft, weil es viel langsamer fährt», sagt Rüegg. Für ihn seien die Ausfahrten eine Art Stressabbau – «Entschleunigung», wie es der Hinterthurgauer liebevoll nennt.

Mit seinem alten Zweitakter hat er auch schon an anderen Veranstaltungen teilgenommen, etwa am «Landbrand Töffli Run» in Frauenfeld. «Das Alpenbrevet ist aber schon noch eine andere Liga», sagt Rüegg. Beim Event sehe er immer wieder die gleichen Leute, das freue ihn sehr. Schliesslich sei es auch eine Veranstaltung, die verbindet. «Die richtigen Töffli-Freaks übernachten schon einen Tag vorher und am Abend danach am Veranstaltungsort. Einige zelten sogar, wir zum Beispiel», sagt Rüegg.

Nebst dem Zelten sei auch etwas speziellere Kleidung Programm. Heinz Rüegg etwa trägt dieses Jahr ein Shirt mit der Aufschrift «Töffli-Bueb». Gewitzte Kleidung gehört also dazu. Das Alpenbrevet solle man ohnehin nicht allzu ernst nehmen. Schliesslich ginge es ums Erlebnis und darum, die Nostalgie etwas aufleben zu lassen. «Es gibt weder Sieger noch Verlierer», sagt Heinz Rüegg. So fahre auch niemand zu schnell.

Disqualifikation bei zu schnellem Fahren

Denn Töffli-Fahrer, die zu flott unterwegs sind, werden disqualifiziert. Trotzdem würden am Alpenbrevet alle etwas schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer fahren. «Ich habe mein Töffli natürlich etwas optimiert», sagt Rüegg.

Nun zählt der Ettenhauser die letzten Stunden bis zum grossen Event am Samstag – und er trifft die letzten Vorbereitungen. Zweitakt-Fan Heinz Rüegg kann es kaum erwarten. Bald schon fliesst durch seine Adern wieder nur noch Benzin.

Mehr Infos zum «Red Bull Alpenbrevet» sind unter www.redbull.com unter der Rubrik «Events» zu finden.