Essstäbchen aus Bambus gegen Littering

Zwischen Siegershausen und Bommen glaubt kein Bauer an Aliens. Aber an dem Kornkreis kommt halt derzeit trotzdem keiner vorbei. Eigentlich ist es ja gar kein Kreis, sondern eher der tölpelhafte Versuch eines solchen. Entweder volltrunkene Landeier waren da am Werk oder wohlabgefüllte Stadtdeppen.

Peter Exinger
Merken
Drucken
Teilen

Zwischen Siegershausen und Bommen glaubt kein Bauer an Aliens. Aber an dem Kornkreis kommt halt derzeit trotzdem keiner vorbei. Eigentlich ist es ja gar kein Kreis, sondern eher der tölpelhafte Versuch eines solchen. Entweder volltrunkene Landeier waren da am Werk oder wohlabgefüllte Stadtdeppen.

Wenn es Städter gewesen sein sollen, dann garantiert welche aus Frauenfeld. Nicht weil in diesem Hauptstädtchen das urbane Gefühl für Kornkreise besonders ausgeprägt wäre, sondern weil es am letzten Wochenende so viele Menschen dort hatte – Frauenfeld zählte vor einer Woche exakt 62 233 Einwohner. Hinzukommt: Während des Open Airs setzten viele alles daran, sich auch noch zu vermehren. Wir sprechen hier nicht von spontaner Zellteilung. Aber wie es so ist mit diesem Junggemüse: Gibt man vorher Gratiskondome im Dutzend ab, fehlt die Pille danach.

Wobei dem Stadtpräsidenten Anders Stokholm recht zu geben ist: «Heuer kann man den Namen Frauenfeld nicht durch den Dreck ziehen.» Erstens hat jedermann und jedefrau am letzten Wochenende nur 1,2 Kilogramm Abfall auf der Allmend hinterlassen, und zweitens meldete die Kapo Thurgau null Anzeigen wegen sexueller Belästigung (in Zahlen: 0).

Hündeler Christoph Müller weiss, das die Romanshorner auf der Bunkerwiese weniger Müll hinterlassen als dahergelaufene Städter. Ihm genügt ein kleiner Plastiksack, um all den täglich liegengelassenen Müll wegzuräumen. Das macht er aus eigenem Antrieb seit sieben Jahren, aber freilich nicht mit blossen Fingern, sondern mit Essstäbchen aus Bambus.

Mit solchem Werkzeug könnte man derzeit wenig in Münchwilen ausrichten, wenn Kuh Hollaia für «Die Stickerin» im Rampenlicht steht. Bei der Premiere hat sie während ihres Auftritts munter einen riesigen Fladen hinterlassen. Wer sich davon belästigt fühlt, muss sich vielleicht bei der Kapo melden.

Wobei – wir wissen ja auch nicht genau, was alles der Herr Christoph Müller in Romanshorn mit seinen Essstäbchen ins Säckchen bugsiert. Ist doch die Bunkerwiese in der Stadt am Hafen als Bumshügel bekannt. Ein Kuhfladen ist vielleicht Dreck dagegen.

peter.exinger@thurgauerzeitung.ch