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ESCHLIKON: Richter machen Verlierer zum Gewinner

Die Erweiterung der Sek Bächelacker geht weiter – mit einer anderen Baufirma. Diese hat sich den Sieben-Millionen-Auftrag vor Gericht erstritten.
Olaf Kühne

«Erleichtert und ernüchtert», beschreibt Linus Köppel seinen Gemütszustand. Hinter dem Eschliker Schulpräsidenten liegt ein Rechtsstreit, der just so lange dauerte, wie seine bisherige Amtszeit.

Im vergangenen Sommer starteten die Arbeiten für die Erweiterung der Sek Bächelacker. Die Fassade an der Südseite des Schulhauses war schon abgerissen, als im Juli beim Verwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die Vergabe der Baumeisterarbeiten einging (unsere Zeitung berichtete). Den Zuschlag erhalten hatte die Lommiser Vetter AG. Die ebenfalls offerierende Wiler Frei + Partner AG war damit nicht einverstanden und beanstandete auf dem Rechtsweg die sogenannte Vergabematrix der Schulbehörde; die Gewichtung der Kriterien für die Erteilung von Bauaufträgen.

Schulpräsident Köppel machte geltend, dass diese Matrix in Eschlikon seit Jahren angewendet wird. Das Verwaltungsgericht liess das Argument nicht gelten und ordnete eine Neuvergabe der Bauarbeiten an. «Das Gericht forderte vor allem, dass wir den Preis einer Offerte stärker gewichten müssen», sagt Köppel. «In unserer alten Matrix haben wir ihn mit 30 Prozent gewichtet, nun sind es 40 Prozent.» Weitere Kriterien sind die Ortsansässigkeit einer Firma, ob diese Lehrlinge ausbildet, ihre Preise für allfällige Zusatzarbeiten sowie für die Arbeiten zuständige sogenannte Schlüsselpersonen. Sprich, sind beispielsweise Qualifikationen und Erfahrungen des Projektleiters einer Baufirma ausgewiesen. «Die Wichtigkeit dieser Kriterien haben wir nun zu Gunsten des Preises reduziert», erklärt Köppel die neue Vergabematrix.

Einweihung verzögert sich um ein halbes Jahr

Aufgrund dieser Matrixanpassungen ging der Auftrag nun an die Klägerin, die Frei + Partner AG. Noch im vergangenen Sommer war Köppel zuversichtlich, dass der Einweihungstermin im Februar 2019 eingehalten werden kann. Doch der Rechtsstreit dauerte zu lange.

Der Bau, für den die Eschliker Stimmbürger im September 2016 mit einer Zweidrittelmehrheit siebeneinhalb Millionen Franken bewilligt haben, kann voraussichtlich erst im Sommer 2019, aber immerhin vor dem neuen Schuljahr, eingeweiht werden. «Da die Stundenpläne jeweils für ein ganzes Schuljahr erstellt werden, sollte die Verzögerung den Schulbetrieb nicht allzu sehr tangieren», sagt Köppel. «Und der Mietvertrag am alten Standort der Schulküche läuft dann auch noch.» Eine Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus, insbesondere des neuen Singsaales, während des Schuljahres wäre der Schulleitung dennoch lieber gewesen.

Dass die Verspätung nicht noch grösser und ihre Folgekosten nicht noch höher sind, sei insbesondere Baukommissionspräsident Beat Müller zu verdanken, lobt der Schulpräsident sein Behördenmitglied: «Er hat sehr umsichtig gehandelt und nach Möglichkeit alle Planungsarbeiten bereits während des halbjährigen Baustopps ausgeführt.»

Froh über zusätzliche Klarheit

Einen Groll hegt Köppel indes nicht. «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Frei + Partner AG», sagt er ganz diplomatisch. Ernüchtert sei er hingegen schon. Schlicht, weil das Ganze so lange gedauert habe. Und erleichtert, weil nun endlich gebaut werden könne – und: «Das Positive am Gerichtsentscheid ist, dass wir nun für künftige Vergaben von Bauaufträgen zusätzliche Klarheit haben.»

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

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