ESCHLIKON: Kollers Nachfolge ist gesichert

Tanja Bosshard und Linus Köppel treten am 12. Februar zur Wahl ins Schulpräsidium an. Die Unterstützung der Interpartei haben beide auf sicher.

Olaf Kühne
Drucken
Teilen

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

Kurt Egger ist zufrieden. In knapp drei Wochen darf der Vorsitzende der Eschliker Interpartei zu einem Podium mit den Kandidaten für die Schulbehörde einladen – und dabei «eine echte Auswahl» präsentieren.

Danach sah es anfänglich nicht aus, als Schulpräsidentin Susanna Koller im August bekannt gab, nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr zur Wiederwahl antreten zu wollen. Auch wenn in Eschlikon inzwischen Ruhe eingekehrt ist: Wohl etwas zu oft wurden Koller und ihre Behörde in der Vergangenheit auf oftmals unsachliche Art attackiert, als das Bewerber für ihre Nachfolge nun gleich Schlange stehen würden – so die damaligen Befürchtungen.

Um so mehr freut sich Egger, dass sich mit den parteilosen Tanja Bosshard und Linus Köppel nun gleich zwei valable Kandidaten zur Verfügung stellen. «Die Interpartei spricht allen ihre Empfehlung aus, auch den Kandidaten für die Schulbehörde», sagt Egger folglich.

Prüfungsexpertin für Lehrlinge

Tanja Bosshard lebt mit Mann und Kind seit über zwei Jahren in Eschlikon. Ihre Tochter wird in zwei Jahren eingeschult. Dies sei aber nicht der Grund für ihre Kandidatur, betont die 38-Jährige. «Im Falle meiner Wahl will ich meine Rolle als Mutter und das Schulpräsidium trennen», sagt sie – und beschreibt ihre Motivation: «Bildung ist die wichtigste Ressource in unserem Land. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.»

Entsprechende Praxiserfahrungen kann Bosshard denn auch bereits vorweisen. Die Eschlikerin arbeitet seit 20 Jahren in der Versicherungsbranche und war jahrelang Prüfungsexpertin für Lernende. Auch war sie mehrere Jahre als Ausbildungsleiterin bei einer Versicherung tätig.

Sie weiss also, was Schüler für einen reibungslosen Übertritt in das Berufsleben brauchen. «Als Schulpräsidentin würde ich die lokale Wirtschaft mit einbeziehen», sagt Bosshard folglich. Viel ändern möchte sie hingegen nicht. «Die Volksschulgemeinde Eschlikon funktioniert gut. Zusammen mit der Behörde möchte ich mich engagieren, dass es auch so bleibt.» Mit den bisherigen Amtsinhabern sowie mit den Schulleitern hat sie bereits Gespräche geführt. «Das war sehr konstruktiv, und was ich dabei über das Amt erfahren habe, entsprach meinen Erwartungen.»

Nun freue sie sich auf einen fairen Wahlkampf. Bestreiten will sie diesen mit einer eigenen Homepage, mit Flyern – und mit vielen Gesprächen.

Umzug nach Wallenwil steht an

Derzeit noch ein Auswärtiger ist Linus Köppel. Der 35-Jährige lebt mit seiner Frau und dem neugeborenen Kind in Wilen, betont aber: «Wir haben uns in Wallenwil ein Haus gekauft, das wir voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres beziehen werden.» Der Ökonom war nach seinem Studium einige Jahre im Marketing in der Privatwirtschaft tätig, bevor er zum Lehrerberuf fand. Derzeit unterrichtet er an der Kantonsschule St. Gallen Wirtschaft und Recht.

«Ich habe Ahnung von Schule, von Zahlen und von Betriebs- und Volkswirtschaft», rührt Köppel denn auch gleich die Werbetrommel für seine Kandidatur. Eins zu eins vergleichen könne man Gymnasium und Volksschule natürlich nicht, sagt er. Die Parallelen seien aber gross, zudem baue die Kantonsschule auf der Arbeit der Schulgemeinden auf. Dies seit mit ein Grund, weshalb er sich nun für das Amt zur Verfügung stelle. «Ich sehe die Eschliker Schulen in einer Bildungspolitischen Vorreiterrolle», sagt Köppel. «Diese Entwicklung würde ich als Schulpräsident gerne weiter nachhaltig mitprägen; ökonomisch, ökologisch und sozia­­l.»

Die Idee, in der eigenen Gemeinde die Schulpolitik mitgestalten zu können, bezeichnet er als «spannend». Die grössten Herausforderungen verortet Köppel in den steigenden Schülerzahlen sowie im wachsenden Bedürfnis nach Betreuungsstrukturen – und in den anstehenden Bauprojekten. «Es geht um viel Geld», sagt der Juniorenobmann des Tennisclubs Sirnach. «Da würde ich mich als Ökonom gerne einbringen.»

Podium

Das Interpartei-Podium mit allen Kandidaten für die Eschliker Schulbehörde findet am Donnerstag, 12. Januar, ab 20 Uhr in der Aula Wallenwil statt.