ESCHLIKON: Eschlikon wird dichter

Eschlikon wird vom Kanton neu als «kompakter Siedlungsraum» klassifiziert. Als Folge muss die Gemeinde bis 2030 in einigen Zonen eine Mindestanzahl an «Raumnutzern» erreichen.

Adrian Grzonka
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Blick vom Grat auf Eschlikon: Die Gemeinde muss gemäss dem neuen kantonalen Richtplan ihre Siedlungsdichte leicht erhöhen. (Bilder: Olaf Kühne)

Blick vom Grat auf Eschlikon: Die Gemeinde muss gemäss dem neuen kantonalen Richtplan ihre Siedlungsdichte leicht erhöhen. (Bilder: Olaf Kühne)

ESCHLIKON. Mit der neuen Klassifizierung als «kompaktes Siedlungsgebiet» sei er «im Grundsatz» einverstanden, sagt Hans Mäder, Gemeindepräsident von Eschlikon. Die damit einhergehende Festlegung der minimalen Raumnutzung etwa, werde die Gemeinde in dem vorgegebenen Zeitrahmen problemlos erreichen. Einige grundsätzliche Vorbehalte zur neuen Regelung bestünden aber dennoch.

Im Rahmen der eidgenössischen Raumplanungsrevision, die seit 2014 in Kraft ist, unterscheidet der Kanton Thurgau neu drei Raumtypen: urbane Räume, kompakte Siedlungsräume und Kulturlandschaften. Der Grossteil der Gemeinde Eschlikon ist als kompakter Siedlungsraum eingestuft, ein geringer Teil als Kulturlandschaft. Als Folge dessen ist Eschlikon verpflichtet, bis im Jahr 2030 auf dem Grossteil des Gemeindegebiets eine Dichte von mindestens 60 sogenannten «Raumnutzern» – also Einwohnern, beziehungsweise Arbeitnehmern – pro Hektare zu erreichen.

Siedlungsgebiet bleibt gleich

Dass die Raumplanung nicht mehr in der Kompetenz der Gemeinden ist, sondern vom Kanton über Gemeindegrenzen hinaus festgelegt wird, sei nachvollziehbar, sagt Mäder. Auch sei er zufrieden, dass der Kanton in Eschlikon keine Reduktion des Siedlungsgebietes fordere, obwohl dieses im Thurgau insgesamt um 65 Hektaren abgebaut werde. Bedenken habe er allerdings mit den kantonalen Hochrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung: «Der Kanton rechnet für den Thurgau mit einem jährlichen Wachstum von einem Prozent. In Eschlikon haben wir aber einen Bevölkerungszuwachs, der weit über dem kantonalen liegt.» Es stelle sich deshalb die Frage, ob die Gemeinde in ihrer Entwicklung ausgebremst werde: Momentan habe Eschlikon pro Hektare Land 55 Raumnutzer. Mit der Überbauung Lindenacker werden wir aber eine Dichte von rund 63 Raumnutzern pro Hektare voraussichtlich bald erreichen.» Zudem werde der geplante S-Bahn-Anschluss an Zürich den Siedlungsdruck in Eschlikon weiter erhöhen.

«Höhere Dichte rechtens»

Patrick Rösch vom kantonalen Amt für Raumentwicklung dementiert die Befürchtungen Mäders. Das 2014 in Kraft getretene eidgenössische Raumplanungsgesetz, das der Thurgau nun auf kantonalem Boden umsetzt, richte sich gegen die Zersiedelung der Landschaft. Ziel sei es, das Wachstum in besiedeltem Gebiet zu forcieren. «Mit den Mindestdichten soll zur haushälterischen Nutzung des Bodens beigetragen werden. Werden diese überschritten, wird der Kanton nicht eingreifen – auch wenn Eschlikon mehrheitlich als kompakter Siedlungsraum und nicht als urbaner Raum klassifiziert ist», sagt Rösch.

Hans Mäder Gemeindepräsident Eschlikon

Hans Mäder Gemeindepräsident Eschlikon