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ESCHLIKON: Der Lauf gegen das Unwetter

Die äusseren Bedingungen hätten am 24. Silvesterlauf des Turnvereins sicherlich besser sein können. Doch der grossen Begeisterung der Läuferinnen und Läufer tat dies keinen Abbruch.
Christof Lampart
Die jungen Sportler schlagen ein beachtliches Tempo an. (Bild: Christof Lampart)

Die jungen Sportler schlagen ein beachtliches Tempo an. (Bild: Christof Lampart)

Natürlich gibt es das bekannte Wort, wonach es erfahrungsgemäss kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleider gibt. Doch das dürfte für viele, die vergangenen Samstagnachmittag am Eschlikoner Silvesterlauf teilnahmen, nur ein dürftiger Trost gewesen sein, denn zumindest bei den ersten Kategorien – also bei den Jüngsten im Vorschul- und den Ältesten im Eltern-, Onkel- oder Grosselternalter – sorgte eine Kombination aus fiesem Nieselregen und unangenehm böigem Starkwind dafür, dass das Wort «echte Herausforderung» auf vielerlei Belange passte. Einer solchen sahen sich beispielsweise diejenigen Eltern und Kinder ausgesetzt, die sich einen der besten Startplätze sichern wollten und sich deshalb frühzeitig hinter der imaginären Startlinie vor dem «Bächelacker» eingefunden hatten. Sie standen bereits 20 Minuten vor dem Start dort, wo sich ansonsten kein anderer aufhielt – denn sie bekamen als «Belohnung» für ihr Ausharren gratis Wind und Wasser direkt ins Gesicht gepeitscht, derweil wenige Meter entfernt zwei Männer vom OK mit der Befestigung einer Werbeblache beschäftigt waren, die kurz davor war, sich selbstständig zu machen.

«Es ist heute schwer zu sagen, wie viele kommen werden», mutmasste Robin Schwager aus Wallenwil, der bei der Zeitmessung mithalf. Immerhin seien die Temperaturen für einmal nicht im Keller. Und auch die Gefahr, auf einer glatten Strasse im vollen Spurt den Halt zu verlieren, sei bei dieser Austragung gering.

Tiefenentspannt vor dem Rennen

Derweil wärmten sich im Foyer der Mehrzweckhalle die Mehrzahl der Läuferinnen und Läufer auf. Noch acht Minuten bis zum Start: «Die Nummer 105, der Adrian, hat seine Startnummer verloren und kann sie abholen kommen», tönte es vom Speakerwagen her. Für die kleine Selina Zwahlen aus Eschlikon, die gleich zusammen mit ihrem Bruder Jamie starten sollte, war der Rummel noch lange kein Grund zur Aufregung. Sie lag im Foyer auf dem Rücken, den Kopf tiefenentspannt im Schoss der Mutter – und liess sich von der zunehmenden Hektik um sie herum nicht anstecken. Altersmässig ein ganz anderes Kaliber (und dafür auch nicht am Start) war der ehemalige Gemeindeammann von Bichelsee-Balterswil, Richard Peter. Seine Enkel waren noch nicht dran. «Dass die so früh starteten, ist schon lange her. Jetzt muss ich praktisch bis zum Ende warten», meinte der 74-Jährige lächelnd. Dann erfolgte endlich der Start, und die quirligsten Kleinen legten ein Tempo vor, dem manch überraschter Vater auf den ersten Metern kaum folgen konnte. Dass die Reihenfolge eine halbe Runde und vier Minuten später vielleicht ganz anders aussehen könnte, daran dachte zu diesem Zeitpunkt niemand. Und an den Regen und den Wind erst recht nicht.

Ranglisten unter:

http://www.silvesterlauf.tveschlikon.ch

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