ESCHLIKON: Der Bus ist abgefahren

Für den Kanton ist die Verlegung der Bushaltestelle von der Süd- an die Nordseite des Bahnhofs beschlossene Sache. Die Gemeinde ist nicht einverstanden und wehrt sich gegen den Entscheid.

Roman Scherrer
Drucken
Teilen
Ab 2019 soll der Bus an der Nordseite des Bahnhofs halten. (Bilder: Roman Scherrer)

Ab 2019 soll der Bus an der Nordseite des Bahnhofs halten. (Bilder: Roman Scherrer)

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Die Bushaltestelle Bahnhof Süd in Eschlikon wird rege genutzt. So steigen dort beispielsweise täglich Pendler aus Bichelsee auf den Zug Richtung Winterthur um. Nach heutigem Stand werden sie dies ab 2019 von der ­anderen Seite des Bahnhofs ­machen. Das Konzept zum öffentlichen Verkehr des Kantons Thurgau sieht nämlich vor, die Haltestelle an die Nordseite des Bahnhofs zu verlegen.

So soll die Buslinie 735 künftig nicht mehr über die Hörnli- und die Wallenwilerstrasse, sondern entlang der Bahnhofstrasse in Eschlikon verlaufen. Dadurch werden die beiden Haltestellen an der Hörnlistrasse aufgehoben und an die Bahnhofstrasse zwischen die Wiesenstrasse und die Kirchstrasse verlegt. Die neue ­Linienführung soll im Fahrplan eine Zeiteinsparung von knapp eineinhalb Minuten bringen.

Gemeinderat befürchtet Verkehrsüberlastung

Der Gemeinderat ist über den Entscheid «alles andere als glücklich», wie er in den Esch­liker Gemeindenachrichten schreibt. Er befürchtet, dass die neue Buslinie zu einer Verkehrsüberlastung während der Hauptverkehrszeiten führt und sich ein Rückstau in den Kreisel an der Bahnhofstrasse bildet.

Gemeindepräsident Hans Mäder und der Gemeinderat machen sich deshalb weiterhin für den Erhalt der Haltestelle Bahnhof Süd stark. «Die Argumente sind bei uns wie auch auf der Gegenseite vorhanden. Wir sind aber der Meinung, unsere Argumente sind schlagkräftiger, und hoffen deshalb, uns mit diesen durchsetzen zu können», sagt Mäder. So sei der Eschliker Gemeinderat etwa nicht davon überzeugt, dass die geplante Buslinie die angekündigte Zeitersparnis herausholen kann. «Der Zeitdruck auf den Fahrplan entsteht nicht in Eschlikon. Beispielsweise werden in den Bussen von WilMobil noch Billette verkauft, was Verspätungen verursacht. Zudem glauben wir, der Kanton unterschätzt, wie viel Verkehr es an der Bahnhofstrasse zu Hauptverkehrszeiten hat», so Mäder. Der Gemeinderat schlägt den Mitarbeitern des zuständigen Departements vor, während einer Hauptverkehrszeit einen Augenschein oder eine Testfahrt durchzuführen.

Planungen beinahe abgeschlossen

Laut dem Kanton ist eine Bushaltestelle auf einer viel befahrenen Strasse sogar verkehrsfördernd. «Es sollte auch keinen Rückstau in den Kreisel geben», sagt Urs Zaugg, Verantwortlicher der Buslinie des Kantons Thurgau, gegenüber TVO. Die Planungen des Kantons sind schon beinahe abgeschlossen. «Die Transportunternehmung musste uns die Offerte für den Fahrplan 2019 bereits einreichen» so Zaugg weiter.

«Wir sind auch selbst etwas schuld an der aktuellen Situation», meint Mäder. «Im Agglomerationsprogramm gibt es einen Punkt, in dem die Verlegung der Haltestelle erwähnt ist. Dieser ist an uns vorbeigegangen. Wir haben deshalb nicht rechtzeitig Einfluss genommen.» Der Gemeinderat Eschlikon wird aber demnächst seine Argumente dem Kanton in einem Schreiben direkt mitteilen. «Ich glaube, es lohnt sich, hierbei Energie zu investieren», sagt Hans Mäder.