ESCHENZ: Zweimal im Plus

Primarschul- und Sekundarschulgemeinde verzeichnen dank hoher Steuereinnahmen einen Ertragsüberschuss. Sek-Präsident Roland Götz tritt nach zwölf Jahren zurück.

Donat Beerli
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Für die beiden ist Schluss: Sekundarschulpräsident Roland Götz und Schulpflegerin Monika Weber. (Bild: Donat Beerli)

Für die beiden ist Schluss: Sekundarschulpräsident Roland Götz und Schulpflegerin Monika Weber. (Bild: Donat Beerli)

Einen solchen Chef habe sie noch nie erlebt. Anita Bruggmanns Worte lösten in der Runde der anwesenden Stimmbürger für einen kurzen Moment fragende Blicke aus. Was folgte, war aber keine Kritik der Sekundarschulleitung, sondern eine Lobesrede auf Präsident Roland Götz. «Sie dürfen stolz sein auf ihn sein.»

Es war Götz’ letzte Schulgemeinde als Präsident – und für die Stimmbürger keine unerfreuliche. Die Rechnung der Sekundarschulgemeinde wurde ohne Diskussion gutgeheissen und schloss wesentlich besser ab als erwartet. Anstatt des budgetierten Verlusts resultierte ein Ertragsüberschuss von 63645 Franken. Grund dafür sind in erster Linie die erzielten Steuereinnahmen im vergangenen Jahr.

Monika Weber, die nach zwölf Jahren in der Behörde und vier Jahren als Schulpflegerin ebenfalls abtritt, mahnte trotz des guten Ergebnisses zu Vorsicht. «Die Steuereinnahmen werden wahrscheinlich wieder zurückgehen.» Fürs nächste Jahr wurde denn auch ein Minus budgetiert. Im Bereich Liegenschaftenunterhalt sowie beim Mobiliar (neue Computer) stehen kostspielige Aufwendungen an.

Auch das Lehrerteam hat einen gewichtigen Abgang zu verzeichnen. Der seit Jahrzehnten in Eschenz tätige Markus Bischof wurde von Präsident Götz für seinen langjährigen Einsatz gelobt. Das Amt des Präsidenten der Sekundarschule übernimmt Meja Kölliker, das der Schulpflegerin für Primar- und Sekundarschule Manuela Hovind.

Lehrplan 21 ist ein wichtiges Thema

Schulleiterin Anita Bruggmann liess in ihrer Rede ihr erstes ­ Jahr kurz Revue passieren und schwärmte vom Anstand und der Freundlichkeit der Eschenzer Schüler. Zudem nutzte sie die Gelegenheit, auf die positiven Seiten des Lehrplans 21 aufmerksam zu machen. «Unsere Welt verändert sich. Die Kinder brauchen neue Schlüsselkompetenzen.»

Der Lehrplan 21 war auch in der Primarschulgemeindeversammlung im Anschluss ein Thema. Schulleiterin Sandra Mosberger sagte, dass sich die Lehrer schon länger mit Weiterbildungen darauf vorbereiten würden. «Wir sind bereit und freuen uns.» Dass in der 5. und 6. Klasse in Zukunft eine Stunde Deutsch wegfallen wird, missfiel einer Anwesenden. «Die Lehrmeister beklagen doch bereits jetzt die mangelnden Deutschkenntnisse der Schüler», sagte sie.

Primarschule belässt Steuersatz bei 55 Prozent

Auch die Primarschulgemeinde verbuchte 2016 einen Gewinn. Am Schluss resultierte ein Ertragsüberschuss von 330770 Franken. Auch hier waren die Steuern aus früheren Jahren (179000 Franken mehr als budgetiert), sowie die vom letzten Jahr (121 000 Franken mehr als budgetiert) ausschlaggebend.

Der Antrag der Gewinnverwendung wurde von den Stimmberechtigten einstimmig gutgeheissen. 100000 Franken werden als Vorfinanzierung für den Liegenschaftenunterhalt verwendet, 100000 wiederum in die Vorfinanzierung für ICT und Kommunikationsmittel eingelegt. Der Rest fliesst ins Eigen­kapital. Die Entscheidung, den Steuerfuss bei 55 Prozent zu belassen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen.