ESCHENZ: Schiff ahoi für Vettel

Dank einer Seeausbaggerung erreicht der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel sein Feriendomizil nun auch übers Wasser – bei optimalem Pegel.

Samuel Koch
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Das Bootshaus des Formel-1-Stars liegt direkt am Ufer des Untersees. (Bild: Samuel Koch)

Das Bootshaus des Formel-1-Stars liegt direkt am Ufer des Untersees. (Bild: Samuel Koch)

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Seine jährliche Reiseroute liest sich wie aus einem Katalog eines Reisebüros: Melbourne, Schanghai oder São Paulo sind nur einige Formel-1-Destinationen, wo der Wahlthurgauer Sebastian Vettel um WM-Punkte kämpft. Zwischen Ende Juli und Ende August jedoch pausiert die Formel 1. Zeit für den 29-jährigen Vater von zwei Töchtern, sich nebst seinem Wohnort in Ellighausen auch in Eschenz am Untersee aufzuhalten.

Idyllisch und etwas abgeschieden liegt sein rund 5000 Quadratmeter grosses Grundstück direkt neben der öffentlichen Buebebadi. Vettel hat es vor rund zweieinhalb Jahren gekauft. Nachdem das eher versteckte Ferienhaus sowie das Bootshaus direkt am Seeufer fertiggebaut respektive saniert worden waren, sind schliesslich die Bagger aufgefahren, um dem prominenten Besitzer auch wassertechnisch Zugang zum Untersee zu ermöglichen. Kürzlich sind rund 300 Kubikmeter Seeerde aus dem Bootshaus und der Fahrrinne davor ausgebaggert worden, wie dem Mitteilungsblatt «Eschenzer Leu» zu entnehmen ist. Zwar hat die Gemeinde darüber informiert, «zuständig ist jedoch das kantonale Amt für Umwelt», meint Gemeindepräsident Claus Ullmann. Es sei kein Geheimnis, dass die Familie Vettel sich vor allem im Sommer in Eschenz aufhalte. «Die Eschenzer sind aber nicht aufdringlich und respektieren die Privatsphäre der Bewohner.»

Auch das kantonale Amt für Umwelt, das für die Bewilligung wasserbaulicher Massnahmen verantwortlich zeichnet, bagatellisiert die Angelegenheit. «Bei der Bewilligung der Ausbaggerung in Eschenz handelte es sich um kein aussergewöhnliches Verfahren», sagt Marcel Varga. Im Thurgau würde viel Prominenz wohnen, das spiele beim Verfahren keine Rolle. Beim besagten Grundstück sei lange Zeit nichts gemacht worden, weshalb im Bootshaus rund 80 Zentimeter tief und in der bereits bestehenden Fahrrinne rund 15 Zentimeter tief Sediment entfernt worden seien. Schliesslich dienten Bootshäuser ja dazu, dass sie direkt im See stehen, «ob prominenter Besitzer oder nicht». Nach Untersuchungen der Sedimentproben im Labor auf Schadstoffe wurde der Entsorgungspfad festgelegt und das Gesuch im Rahmen einer Unterhaltsmassnahme einer konzessionierten Anlage bewilligt.Einen Wermutstropfen erwähnt Varga dann doch noch: «Je nach Pegel des Untersees wird die Tiefe der Fahrrinne knapp.»

Sebastian Vettel selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Über seine Pressesprecherin lässt er verlauten: «Sein Privatleben schützt er und gibt darüber keine Auskunft.»