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ESCHENZ: High-Tech für Russland

Die Gebrüder Umbricht AG wirkt bei der Sanierung und dem Ausbau des russischen Stromnetzes mit. Eine Anlage vom Untersee produziert in einem ABB-Werk bei Moskau Hochspannungs-Isolierkörper.
Margrith Pfister-Kübler
Die fertiggestellte Anlage bei ABB Russland in Chotkowo. (Bilder: PD)

Die fertiggestellte Anlage bei ABB Russland in Chotkowo. (Bilder: PD)

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Werner Umbricht ist in seiner Branche erfahren wie kaum ein Zweiter hierzulande. Eine wahre Autorität. «Ich bin der Einzige, der solche Anlagen baut. Schon als Stift durfte ich als Externer für die ABB bauen», sagt Umbricht zum grossen Industrieauftrag für ABB Russland in Chotkowo. Das ist eine Stadt mit rund 21000 Einwohnern im Verwaltungsbezirk Moskau, 60 Kilometer nordöstlich der russischen Metropole.

Auf der nun fertiggestellten Anlage werden Hochspannungskörper für Durchführungen bei Kraftwerken und Transformatoren gebaut. Bis zu fünf Meter hoch werden die Isolierkörper für die Hochspannungsdurchführungen. Erste Offerten reichte Umbricht 2009 ein. Ein Jahr später wurde das ganze Projekt zurückgestellt. Im Jahr 2012 konnte Umbricht eine erste Anlage bauen.

«Präsident Putin schaut für sein Volk»

«Heute boomt alles in Russland. Den Leuten geht es besser, sie haben richtig Arbeit – und sie können sich auch was leisten», beurteilt Werner Umbricht die Entwicklung zwischen 2012 und 2017 und fügt an: «Jetzt können die Bauern auch ihre eigenen Produkte verkaufen. Putin schaut für sein Volk.» Eine Erleichterung sei zu spüren. Zum Thema Korruption sagt Umbricht: «Die Regierung kämpft gegen die Korruption.» Wer nicht schmiere, warte länger, so die Erfahrung von Umbricht. Die Materialbeschaffung «dobe», womit Umbricht Russland meint, sei nach wie vor schwierig, deshalb habe man alles aus der Schweiz mitgenommen. Die Projektleitung in Chotkowo oblag Russen.

Pionierarbeit zu leisten mit seinem Team, gelingt dem bescheiden auftretenden Werner Umbricht immer wieder. Ihm fällt sofort auf, wenn etwas nicht klar läuft. Er lobt seine hoch qualifizierten Mitarbeiter. In Sachen technische Leistung nimmt er es sehr genau, wird nicht müde, Präzision und Leistung zu predigen. Und er reagiert stets besonnen. Über die Auftragssumme gibt er keine Auskunft. Als einen Kampf mit den Anwälten bezeichnet er die Spanne, bis jeweils alle Verträge unter Dach und Fach sind. «Doch wenn die Verträge stehen, halten sich die Russen hundertprozentig daran. Die Zahlungen treffen auf den Tag genau ein.» Wenn alles klappe, seien es gute Aufträge, meint Werner Umbricht.

Bevor die Installationen in Russland angepackt werden konnten, mussten alle in der Schweiz hergestellten Teile verpackt werden. Die Rechnungen mussten von der Handelskammer genehmigt und die nötigen Zoll- und Frachtpapiere erstellt werden. Kleinste Abweichungen hätten zu einem Importverbot geführt. Verpackt wurde bei einer Fachfirma in Winterthur. Dann rollten die russischen Lastwagen an und transportierten alle Elemente nach Chotkowo.

120 Kilometer im Bus für knapp vier Franken

Das Umbricht-Team flog nach Moskau, und weiter ging es mit Taxis nach Chotkowo zu ABB. Doch bevor die Montagearbeiten angepackt werden konnten, galt es, die Sicherheitsanweisungen zu unterschreiben. Die Arbeiten gingen zügig voran, und es blieb auch Zeit für Kultur und Ausflüge. Die Fahrt mit dem Bus nach Moskau kostete pro Person 200 Rubel, das sind 3,60 Franken für 120 Kilometer Fahrt. Umbricht beschreibt die Zusammenarbeit mit den russischen Kollegen als sehr angenehm. «Das Essen war hervorragend. Die Einheimischen sind sehr nett und helfen, wo sie nur können», sagt Umbricht – wenn es zum Beispiel mit der russischen Sprache haperte. Dass Werner Umbricht für Russland ein Jahresvisum erteilt wurde, rechnet er sich als «grosse Ehre» an.

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