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ESCHENZ: Ein Mann, 125 Saiten

Hauchzarte und innige Klänge schwebten am Sonntagabend durch das Eventlokal auf Schloss Freudenfels. Verantwortlich dafür zeichnete Hackbrettspieler Nicolas Senn, der Thurgauer des Jahres 2012.
Ernst Hunkeler
Nicolas Senn während seines Konzerts. (Bild: Ernst Hunkeler)

Nicolas Senn während seines Konzerts. (Bild: Ernst Hunkeler)

Das Hackbrett gilt als eine spezielle Form der Zither, die nicht mit dem Metallfingerhut, sondern mit Klöppeln gespielt wird. Das wohl bekannteste Hackbrettstück zumindest der Filmgeschichte ist zweifellos in «Der dritte Mann», das Anton Karas 1949 erklingen liess. Vielleicht half diese Erinnerung mit, den Konzertsaal von Schloss Freudenfels bis auf den letzten Platz zu besetzen. Hauptsächlich waren es aber wohl Name und ­Bekanntheitsgrad des Solisten Nicolas Senn, der mit seinem trapezförmigen Hackbrett in Appenzeller Tracht vor dem Publikum sass und den 125 Saiten mal hauchzarte, mal innige Klänge entlockte. Bei Nicolas Senn hat das Hackbrett dieselben Wurzeln wie er – sie gründen im Appenzellerland.

Konzerte rund um den Globus

Aus jenem Landesteil empfing der damals Vierjährige 1993 denn auch den Anstoss für seine Karriere: Er erlebte ein Konzert der Appenzeller Streichmusik Alderbuebe und war vom Hackbrett hingerissen. In der Zwischenzeit ist der Virtuose in unzähligen Fernsehsendungen aufgetreten, heimste Auszeichnungen wie den Prix Walo ein, spielte unter anderem in Russland, Indien, China, Thailand, Amerika, Kuwait und für ein Hilfsprojekt auf dem Gipfel des Kilimandscharo in fast 6000 Metern Höhe. In der Sendung «TV total» brachte er Stefan Raab das Hackbrett näher, und dem SRF 1-Publikum ist er als Moderator der Samstagabendshow «Viva Volksmusik» bekannt. Bei seinen Solo-Konzerten wie auf Freudenfels präsentiert Nicolas Senn, der Thurgauer des Jahres 2012, eine virtuos-musikalische Weltreise und beweist so, dass der Könner auf dem Hackbrett allen Stilrichtungen von Volksmusik über den Sirtaki bis hin zu Jazz jeder Musikrichtung gerecht werden kann.

So dürfte auch der chinesische Staatschef Xi Jinping ein Ohr voll Senn’scher Hackbrettmusik mitgenommen haben, denn Nicolas Senn bereicherte das Staatsbankett mit dem chinesischen Oberhaupt und Bundespräsidentin Doris Leuthard im Januar 2017 mit seinem phänomenalen Saitenklängen.

Und er begeisterte damals genauso wie nun am vergangenen Sonntagabend zwischen Apéro und Nachtessen auf Schloss Freudenfels, wo 115 Besucher, vorab älterer Jahrgänge, die Arena bis auf den letzten Platz füllten und sich zu wahren Beifallsstürmen hinreissen liessen.

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

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