ESCHENZ: Aus drei Inseln wächst eine grosse

Der gefallene Rheinpegel hat da und dort wieder Kiesbänke wie Inseln aus dem Fluss wachsen lassen. Am eindrücklichsten zu beobachten ist dies zwischen den drei Werd-Inseln.

Ernst Hunkeler
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Normalerweise unter Wasser: Spaziergänger haben zwischen den unteren zwei Werd-Inseln eine Steinspirale angelegt. (Bild: Ernst Hunkeler)

Normalerweise unter Wasser: Spaziergänger haben zwischen den unteren zwei Werd-Inseln eine Steinspirale angelegt. (Bild: Ernst Hunkeler)

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Der Rhein führt wenig Wasser. Just zu Weihnachten ist die Abflussmenge 200 Kubikmeter pro Sekunde gefallen. Eine Folge solch tiefer Wasserstände ist das Auftauchen zahlreicher Kiesbänke. Nun erheben sie sich aus den Fluten, als wollten sie vor dem nächsten Hochwasser Luft schnappen.

Die Hauptinsel liegt auf Thurgauer Boden

Am eindrücklichsten manifestiert sich dieser Effekt bei den drei Werd-Inseln, 650 Meter unterhalb des Ausflusses vom Untersee in den Rhein. Aktuell sind die zwei unbewohnten Inseln auf Schaffhauser und die Hauptinsel auf Thurgauer Boden wieder zu einem einzigen Eiland zusammengewachsen. Über die Weihnachtstage nutzten Hunderte von Spaziergängern die Gelegenheit, die Inseln auf den trockenen Kiesflächen zu umrunden.

Zwischen den beiden unteren Inseln ist die traditionelle Spirale aus grossen Rheinkieseln wieder entstanden. Sie wird bei jedem Niedrigwasser, das die Inseln zusammenrücken lässt, von Besuchern aufs Neue angelegt und hat momentan einen Rekorddurchmesser von wohl gegen 20 Metern. Ebenso sicher wird das Kunstwerk jedes Mal, nachdem es erneuert und von unzähligen Leuten abgeschritten worden ist, Tage oder Wochen später von steigenden Fluten wieder zerzaust. Vorläufig allerdings kann die Spirale noch begangen und erweitert werden, wobei punkto Vergrösserung nicht mehr viel Platz ist. Denn das Steinrund reicht schon beinahe vom Schilfgürtel der einen bis zu den Felsbrocken der anderen Insel.