Es zählt nicht nur das Geld

FRAUENFELD. Beim Verkauf von Grundstücken hat der Preis für den Stadtrat nicht oberste Priorität, schreibt er in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage.

Markus Zahnd
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Im Januar reichte Peter Hausammann die Einfache Anfrage «Landverkäufe der Stadt aus dem Landkreditkonto» ein. Die Antworten des Stadtrates genügten dem Gemeinderat von Chrampfe & Hirne nicht, es gebe «Anschlussfragen». Daher reichte Hausammann im Juli einen weiteren Vorstoss ein. Er teile die Auffassung des Stadtrates, dass «es nicht im Interesse der Öffentlichkeit liegt, wenn die Verkaufspreise möglichst hoch angesetzt werden und dadurch der Marktpreis in die Höhe getrieben wird». Hausammann wollte aber wissen, wie der Stadtrat diese Vorgabe angesichts der steigenden Immobilienpreise löst.

Im unteren bis mittleren Bereich

Ausserdem interessierten ihn konkrete Verkaufspreise für diverse Grundstücke. Hausammann wollte überdies wissen, ob es stimme, dass lediglich 2,75 Prozent des verkauften Landes für Mehrfamilienhäuser genutzt wurden und weshalb der Stadtrat in diesem Bereich nicht aktiv handelte.

In der Beantwortung schreibt nun der Stadtrat, dass er mit dem Reglement über die Bodenpolitik über ein Instrument verfüge, um «dank des Landkreditkontos aktiv auf dem Immobilienmarkt zu agieren». Wie bereits in der ersten Anfrage zu diesem Thema schreibt der Stadtrat, dass sich die Preise von städtischen Grundstücken jeweils im «unteren bis mittleren Bereich der Preisspanne» befinden.

Möglichst attraktive Firmen

Gerade beim Gewerbe- und Industrieland sei der Preis nicht der entscheidende Faktor: «Die Preispolitik der Stadt zielt nicht darauf ab, den bestmöglichen Preis zu erzielen, sondern ein möglichst attraktives Unternehmen ansiedeln zu können.» Die letzte Ansiedelung war Skyframe. Den Landpreis nennt der Stadtrat aus Rücksicht auf die Firma nicht. Der Preis habe aber deutlich über 300 Franken pro Quadratmeter betragen. In diesem Bereich bewegten sich auch Grundstücke in anderen Gewerbe- und Industriezonen.

Konkrete Preise nennt der Stadtrat dagegen bei den von Hausammann erwähnten Gebieten für Einfamilienhäuser. Im Gertwies verlangte die Stadt 550 Franken pro Quadratmeter, an der Obergriesenstrasse ebenfalls. Für ein Grundstück an der Wellenbergstrasse wurden 340 Franken verlangt.

Beschränkter Einfluss

Im Landkreditkonto befindet sich noch ein Grundstück, das für den Bau von Mehrfamilienhäusern geeignet ist, eine Parzelle am Wellhauserweg. Ein Teilstück wurde an die Swiss Life verkauft. Die Grundstücke an der Bach-/Kesselstrasse, wo die Überbauung «Stadtvillen an der Murg» ist, wurde zwischen 550 und 600 Franken pro Quadratmeter verkauft. Dort sei auch die Ausnützungsziffer höher als in der Regelbauweise. Da die Stadt dort aber nicht Bauherrin war, seien «Angaben zu Art und Preissegment beim Konsortium Bachstrasse zu erfragen».