«Es wird bunt und schrill»

Nachgefragt

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Nach knapp fünf Monaten hat das Verzehrtheater «Clowns & Kalorien» am Samstag sein Winterquartier in Wagenhausen verlassen. Am 21. Juli wird in Neuhausen am Rheinfall Premiere gefeiert. Direktorin Marion Gasser erzählt, was und wie im Winterquartier vorbereitet wurde.

Frau Gasser, Sie haben anstrengende Wochen vor sich.

Ja, aktuell sind es 16-Stunden-Tage. Die letzten drei Wochen vor der Premiere ist der Druck enorm gross. Doch ich liebe diese Zeit.

Wie kommt das?

Der Druck macht kreativ. Wir chrampfen, haben es aber auch lustig miteinander. Da entstehen viele Ideen. Das ist spannend.

Welche Vorbereitungen konnten Sie im Winterquartier bereits erledigen?

Nach 18 Jahren haben wir in unserer Werkstatt in Wagenhausen eine komplett neue Bühne gebaut. Sie bietet mehr Platz. Auf diese Weise wird es auch für das Publikum spannender. Deshalb mussten die Vorhänge erneuert werden. Während zwei Monaten habe ich ausschliesslich genäht. Hinzu kamen noch rund 50 neue Kostüme. Wir machen komplett alles selber.

Weshalb haben Sie sich für Wagenhausen entschieden?

Wir leben in Stein am Rhein und können unser Winterquartier in fünf Minuten zu Fuss erreichen. Dort konnten wir auf dem alten Geschäftsareal der Landi die Werkstatt einrichten. Das war für uns ideal, denn besonders die Nähe zu unserem Wohnort war uns wichtig.

Was erwartet die Zuschauer dieses Jahr?

Es wird bunt und schrill. Das Motto lautet: «Wir zwitschern Ihnen was». Es soll der Eingrenzung dienen, sonst verliert man sich in den Ideen. Es wird jedenfalls viele Federn und Vögel geben. Und selbstverständlich wird es lustig. Zudem stehen mehr Gruppennummern auf dem Programm.

Wie sieht Ihre Truppe aus?

In diesem Jahr sind viele junge Künstler zwischen 19 und 24 Jahren dabei. Insgesamt besteht die Gruppe aus rund 30 Leuten, die aus 14 verschiedenen Nationen stammen.

Wie koordiniert man eine so grosse Gruppe?

Das klappt problemlos. Die Künstler haben Routine und halten sich an die Probepläne. Zudem stelle ich fest, dass der Umgang miteinander im Zirkus viel einfacher ist als in der Gesellschaft. Hier heisst es leben und leben lassen. Das funktioniert reibungslos. Sprachlich haben wir uns auf Englisch geeinigt. (rha)