«Es ist unglaublich»

Die Fraktionen wurden gestern durch die Verwaltungsräte des EKT über die Hintergründe des Finanzdebakels informiert. Was die Kantonsräte zu hören bekamen, sorgte für Kopfschütteln. «Es ist unglaublich», sagte einer auf Anfrage.

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Die Fraktionen wurden gestern durch die Verwaltungsräte des EKT über die Hintergründe des Finanzdebakels informiert. Was die Kantonsräte zu hören bekamen, sorgte für Kopfschütteln. «Es ist unglaublich», sagte einer auf Anfrage. So soll der zuständige Ausschuss des Verwaltungsrates dem Finanzverwalter praktisch blind vertraut haben. Statt sich von ihm wie normalerweise üblich Depotauszüge der Wertschriften zeigen zu lassen, habe sich der Ausschuss mit einer eigenhändig erstellten Übersicht des Finanzverwalters begnügt. Auch das Anlagereglement habe ihm grossen Freiraum gelassen. Zusammen mit dem Direktor habe er weitgehend freie Hand gehabt. So sind die 28 Millionen bei Lehman in drei Anlagepositionen investiert, was ein riesiges Klumpenrisiko bedeutet. Vor allem aber soll der Finanzverwalter das in ihn gesetzte Vertrauen missbraucht haben. So gibt es gemäss Verwaltungsrat klare Hinweise, dass er sogenannte Kickbacks, eine Art Provision der Banken für Anlagen bei ihr, in die eigene Tasche steckte. Informiert wurden die Kantonsräte ausserdem darüber, dass das EKT keine Vermögensverwaltung hatte, sondern nur eine Vermögensberatung. Haftpflichtansprüche können so kaum geltend gemacht werden. Und offensichtlich kann das EKT den 28-Millionen-Abschreiber entgegen ersten Beteuerungen auch nicht einfach so wegstecken. Die anstehenden Projekte werden zwar wie geplant realisiert, aber eventuell mit zeitlicher Verzögerung und auch nur, solange die Axpo-Dividende von heute 9 Millionen weiter fliesst. (mso)

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