Es geht in die zweite Runde

LOMMIS. Bei der Wahl zum Lommiser Gemeindeammann erreichte keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr. Fritz Locher, der Bisherige, verpasste die direkte Wiederwahl nur um 16 Stimmen. Am 20. März kommt es zum zweiten Wahlgang.

Yann Cherix
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Der gestrige Sonntag hat keinen absoluten Sieger hervorgebracht. Die drei Kandidaten Karl Gaus, Fritz Locher und Andreas Bernhaut. (Bild: edc)

Der gestrige Sonntag hat keinen absoluten Sieger hervorgebracht. Die drei Kandidaten Karl Gaus, Fritz Locher und Andreas Bernhaut. (Bild: edc)

Alle Hinterthurgauer Gemeinden kennen nach dem gestrigen Sonntag ihre Gemeindeammänner. Nur in Lommis bleibt die Frage, wer für die nächsten vier Jahre die Gemeinde anführt, noch unbeantwortet.

Fritz Locher, der seit über zehn Jahren das Amt innehat, setzte sich gegen seine zwei Herausforderer, Andreas Bernhaut und Karl Gaus, nicht mit einem absoluten Mehr durch. 187 Stimmen fielen Locher zu, 203 hätte er gebraucht um seine Amtszeit sofort zu verlängern. Für ihn kommt dieses Resultat nicht überraschend.

«Ich ging davon aus, dass es in einen zweiten Wahlgang gehen wird. Ich habe es mit zwei starken Herausforderern zu tun.» Enttäuscht ist Fritz Locher aber nicht. Das sei für ihn gelebte Demokratie.

«Ein Vertrauensbeweis»

Sein nächster Verfolger ist Karl Gaus mit respektablen 123 Stimmen. Der Unternehmensberater freut sich, so gut im Rennen zu sein. «Das ist natürlich bereits ein Vertrauensbeweis», sagt er. Für Gaus ist damit klar, dass er in die zweite Runde steigen wird.

Andreas Bernhaut wurde am Wahlsonntag auf den dritten Platz verwiesen. Nur 77 Wähler wollen ihn als zukünftigen Gemeindeammann. Vom Resultat erfährt er durch die TZ, die ihn am frühen Nachmittag telefonisch erreicht. Der Präsident der evangelischen Kirchgemeinde und ehemaliger Gemeinderat sagt trocken: «Das ist o. k. Es bleib auf jeden Fall spannend.» Ob er zum zweiten Wahlgang antritt, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Teilnahme von Bernhaut könnte aber entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf haben. Steigt er aus, dürften seine Stimmen mehrheitlich dem zweiten Herausforderer zukommen. Dieser Meinung ist auch Karl Gaus. «Es kommt jetzt auch auf Andreas Bernhaut an.»

Bei Karl Gaus, der seit elf Jahren in Lommis wohnt, spürt man, dass er motiviert in die nächste Runde steigt. Die vielen Stimmen haben ihn beflügelt. «Es bestehen nun reelle Chancen für mich.»

Am 20. März zur zweiten Runde

Wie es jetzt aber konkret weitergeht, weiss keiner. Am 20. März werden die Stimmbürgerinnen und Bürger nochmals zur Urne gebeten. Bis dahin wird weiterhin Wahlkampf betrieben. Besonders für den eher unbekannten Herausforderer Gaus ist diese Zeit nun wichtig. Er wolle seine Botschaft an den Mann bringen. «Ich finde, ein Podium würde dem Stimmvolk sicherlich nochmals etwas bringen.»

Der Wahlkampf der drei wurde bisher äusserst fair geführt. Es ist ein gutes Beispiel für eine gesunde Demokratie. Stichhaltiges Indiz dafür ist auch die hohe Stimmbeteiligung. 475 Stimmzettel wurden eingelegt. Das bedeutet eine Stimmbeteiligung von rund 62 Prozent.

Zwei neue Gemeinderäte

Im Gemeinderat gibt es zwei neue Gesichter: Heinz Richartz (273 Stimmen) und Josef Schönenberger (312). Bestätigt wurden Karl Stadler (328) und Esther Lüthi (272).