Es geht auch ohne Kompass

Trec – diese auf drei Tage verteilte Schweizer Meisterschaft aus verschiedensten Reitdisziplinen wurde am Wochenende in Homburg durchgeführt. Reiter und Pferde waren für den Anlass aus dem Ausland und aus der Romandie angereist. Einzig an Zuschauern mangelte es.

Margrith Pfister-Kübler
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Eine Reiterin im herausfordernden Galopp zwischen zwei Stangen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Eine Reiterin im herausfordernden Galopp zwischen zwei Stangen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

HOMBURG. OK-Präsidentin Claudia Bauer aus Homburg, vielfach ausgezeichnete Reiterin, strahlt. «Alles ist perfekt gelaufen», sagte sie gestern Sonntag, als sie Bilanz zog zum Drei-Tage-Anlass Trec, eine Veranstaltung des Reitclubs Seerücken.

Elite, Junioren/Amateure und Einsteiger gingen an den Start, rund 50, die Mehrheit ist aus dem Welschland angereist, andere aus Deutschland und Österreich, und auch Thurgauer waren dabei. «Ich hoffe, dass Trec auch in der Deutschschweiz an Beliebtheit gewinnt», so die Hoffnung der OK-Präsidentin. Obwohl hochspannender Reitsport geboten wurde, kamen wenige Zuschauer. Einer von ihnen meinte: «Interessant, es ist kein Distanzreiten, kein Military, keine Dressur, aber von allem ist etwas dabei.»

Nur nach der Karte

Die Teilnehmer schwärmten vom Geländeritt über 32 Kilometer mit Geländekarte und Kompass. Pharma-Assistenz-Lehrling Linda Tobler mit Pferd Luna aus Amlikon hat erstmals teilgenommen: «Ich komme wieder, obwohl wirklich viele Aufgaben gelöst werden müssen. Mir hat es gefallen. Ich habe den Weg auch ohne Kompass gefunden, nur nach der Karte. Die Zeiteinschätzung war schwierig.» Eine Premiere war es auch für Simone Reinhart aus Amriswil, Umweltingenieur-Studentin, und ihre Mutter Sandra Reinhart: Beide lachten: «Jetzt wissen wir, wie es geht. Das war eine gute Erfahrung.» Der Trec-Virus hat auch die zwei Frauen gepackt.

Als erfahrene Reitsport-Routiniers outete sich die Familie Dieter und Gudrun Wielatt mit Töchtern Bianca und Vanessa aus Schwäbisch-Gmünd. Sie haben vom Breitensport auf Trec gewechselt, weil es so für die ganze Familie passt. Sie waren erstmals in Homburg dabei und lobten: «Ganz toll, hier wird für alles gesorgt.» Im Pferdeanhänger haben sie Klappbetten installiert, während für die Pferde Weiden zur Verfügung standen. Begeistert waren sie von den 32 Kilometern im Gelände – mit teilweise Blick auf den Untersee: «Ohne Kompass wären wir bei diesem OL verloren gewesen», lachen sie. Was auf der Karte ein Millimeter ist, ist im Gelände 25 Meter, wer nicht exakt auf den Wegen blieb, verpasste eventuell einen Posten.

Komplizierte Zollformalitäten

Als etwas kompliziert beschrieben die aus dem Ausland Angereisten die Einreiseformalitäten für Pferde am Schweizer Zoll: Doch für das Zollamt Ramsen gab es dickes Lob: «Wir haben uns vorher angemeldet, und sie haben das dann ganz klasse gemacht», erzählte Meike Lefèvre aus Rottweil.

18 Richter waren auf dem Platz im Einsatz. Tierarzt Michael Schmid untersuchte jedes Pferd auf Puls, Atmung oder Unregelmässigkeiten. Schritt, Galopp, Stillstehen, all die geforderten Tempowechsel sind anspruchsvoll. Jede Zehntelsekunde zählt.

Probleme für dicke Bäuche

Die Geländeprüfung (PTV) mit 16 Hindernissen – Tür, Labyrinth, Slalom, Hecke, tief hängende Äste, Gräben, das Galoppieren zwischen zwei Stangen, oder unter einem Stangengerüst durch, das jeweils dem Stockmass des Pferdes angepasst wurde und so dem Reiter nur 20 Zentimeter blieben. «Da könnten Reiter mit dicken Bäuchen Probleme bekommen», kommentierte der Speaker. Das Zusammenspiel von Ross und Reiter, das Vertrauen braucht es bei Trec in einem besonders grossen Mass.

Rangliste auf: rc-seeruecken.ch