«Es gab keine Hausverbote»

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Stellungnahme Seit vergangenem Herbst hätten sechs Personen des gesamten Pflegeteams von Schloss Berg gekündigt. Das stelle keine Auffälligkeit dar, sagt René Alpiger, Mitglied der Geschäftsleitung der Tertianum AG und als Gebietsleiter auch für den Thurgau zuständig. Die Austritte seien durch private Entscheide begründet. «Leider kommt es immer wieder einmal vor, dass wir uns vereinzelt von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter mangels Leistung, Fachkompetenz oder aus Differenzen im Pflegeverständnis trennen müssen», schreibt er in einer Stellungnahme. Fristlose Kündigungen seien aber keine ausgesprochen worden und auch ein Hausverbot habe es in Schloss Berg bis heute in keinem Fall gegeben.

Alpiger teilt auf Anfrage mit: «Im Rahmen des Führungswechsels sind Unstimmigkeiten bezüglich der Einhaltung von Vorgaben und Weisungen aufgetreten. Leider mussten wir feststellen, dass sich eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich Pflege weigerte, Sicherheitskonzepte in der Praxis umzusetzen und die Vorgaben gemäss dem Verhaltenskodex einzuhalten.» Eine Mitarbeiterin, welche aufgrund der angespannten Stimmung im Pflegeteam gekündigt hatte, habe man aber bereits zurückgewinnen können. Im Bereich Hotellerie mit Küche, Service, Hauswirtschaft, Wäscherei und technischer Dienst sowie in der Administration gebe es diesbezüglich keine Differenzen.

Die Geschäftsleitung und die Regionalleitung seien über die Vorkommnisse in den Häusern von Tertianum informiert. In mehreren Einzel- und Teamgesprächen hätten die Leiterin von Schloss Berg und der Regionalleiter die Stimmungen aufgenommen. An Infoveranstaltungen für Mitarbeitende sei offen diskutiert worden, die Inhalte seien aufgenommen und bearbeitet worden. Für den Bereich Pflege sei zudem eine eta­blierte externe Supervisorin zugezogen worden.

Die Angehörigen der Bewohner, die Hausärzte und Partner sowie das Thurgauer Amt für Gesundheit seien am 23. Mai schriftlich über die Situation in Schloss Berg informiert worden. Die Personalvergabe des Kantons werde weiterhin eingehalten, es seien also ausreichend Pfleger beschäftigt. Austritte oder Vertragskündigungen von Bewohnern seien bis heute keine zu verzeichnen. An monatlichen «Gästestammtischen» würden die Bedürfnisse und die Stimmung bei den Gästen abgeholt und die Inputs im Team aufgenommen. (lsf)